EU-Fondsregulierung als Exportschlager: Luxemburg profitiert am meisten

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Die Europäische Fondsregulierung erweist sich zunehmend als Exportschlager. So wurden in Luxemburg 2009, dem wichtigsten Standort der europäischen Fondsindustrie, bereits 35 Prozent an asiatische Investoren und 5 weitere Prozent nach Südamerika verkauft. Auf die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika entfielen nur noch 60 Prozent des Absatzes, wie aus Zahlen der European Fund and Asset Management Association hervorgeht.

Dies ist nicht nur ein Erfolg für den Standort Luxemburg, sondern auch für die europäische Fondsregulierung. Seit den 80er Jahren bündelt die EU ihre Direktiven in der "Undertakings for Collective Investment Transferable Securities" (UCITS), deren dritte Version mittlerweile in Kraft ist. Das Ziel der UCITS besteht darin, die Regulierungen der Fondsbranche zu vereinheitlichen, so dass ein freier Handel in der EU stattfinden kann.

Amis lernen UCITS lieben

Allerdings hatten die UCITS-Fonds bislang in den USA einen schweren stand. "Im Dezember hieß es noch: Europäischer Spinner, geh nach Hause.' Wenn man die UCITS erwähnte, sagten sie: was ist denn das für eine Krankheit' Jetzt hat fast jeder Broker und Consultant Konferenzen darüber abgehalten. In den vergangenen drei Monaten ist die UCITS tatsächlich angekommen", sagt Hedgefonds-Manager Steve Somonson von Park Place Capital.

Hintergrund dürfte der Skandal um den US-Fondsmanager Bernard Madoff sein, der mit einer Art Schneeballsystem Anleger um Milliarden geprellt hat. Dies hat die Zweifel an der Fondsregulierung in den Vereinigten Staaten ebenso wachsen lassen wie das Interesse für das europäische Qualitätslabel UCITS.

Einfache Tätigkeiten werden nach Osteuropa und Asien verlagert

Diese Entwicklung ist für den Standort Luxemburg hochinteressant, da in dem Großherzogtum nach einer Berechnung der Unternehmensberatung Deloitte rund 10.500 Mitarbeiter in der Branche beschäftigt sind. Dies macht rund ein Drittel der Beschäftigten im Finanzsektor aus.

"Da wir in Luxemburg fast keinen eigenen Markt haben, haben wir uns bemüht, UCITS-Fonds auch außerhalb Europas zu vertreiben", sagt der stellvertretende Direktor der Association of the Luxemburg Fund Industry Charles Muller und freut sich über die Entwicklung.

Dabei beobachtet Müller in der Fondsindustrie noch einen anderen Trend. Einfache Backoffice-Aufgaben werden verstärkt nach Osteuropa oder sogar nach Asien verlagert. "Es arbeiten heute weniger Menschen in der Fondsindustrie in Luxemburg als noch vor 2 Jahren", klagt Muller.

Große Hoffnungen auf neue Direktive zu Hedgefonds

Daher sind neue Jobs in alternativen Investments wie Hedgefonds, Private Equity- oder Immobilienfonds dringend erwünscht. Doch die UCITS III ist nur bedingt für alternative Investmentfonds geeignet. Denn gemäß dieser Direktive dürfen lediglich 10 Prozent des Anlagevolumens auf Derivate entfallen. "Für einen richtigen Hedgefondsmanager ist das untineressant", ergänzt Muller.

Daher setzt die Fondsindustrie auch große Hoffnungen auf die "Alternative Investment Funds Managers Directive", mit der die EU ähnlich wie mit der UCITS die alternativen Investmentvehikel wie Hedgefonds regulieren will. Denn wenn sich diese Direktive als ein ähnlicher Exportschlager wie die UCITS erweisen sollte, dann kann Luxemburg davon nur profitieren.

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