JP Morgan-Analysten bezweifeln Rückkehr der Deutschen Bank auf Wachstumskurs

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JP Morgan-Analysten bezweifeln Rückkehr der Deutschen Bank auf Wachstumskurs

Handelssaal der Deutschen Bank. (Foto: Deutsche Bank)

Bei der Deutschen Bank soll sich 2019 alles um die Rückkehr zum Wachstum drehen. Während des Analysten-Calls zum Jahresabschluss wurde „Wachstum“ nicht weniger als 48mal erwähnt. Nur noch der Begriff „Kosten“ kam häufiger vor. Keine Frage: Die Rückkehr zum Ertragswachstum würde der Deutschen Bank sehr gut anstehen. Laut dem Bankenanalysten Kian Abouhossein von JP Morgan müsste der Konzern im laufenden Jahr ein Wachstum von 4,5 Prozent verzeichnen, um eine Eigenkapitalrendite (return on target equity, Rote) von ebenfalls 4,5 Prozent zu erreichen. Dagegen rechnet Abouhossein für 2019 nur mit einem schwachen Wachstum von 1,7 Prozent. Im Corporate & Investment Banking würden die Erträge sogar marginal unter 2018 liegen und erst 2020 und 2012 wieder zulegen.

Falls Abouhossein richtig liegt, dann wird die Bank vor allem die Ertragsentwicklung im Wertpapierhandel (Sales and trading) belasten. Obgleich Konzernchef Christian Sewing wiederholt versichert hat, dass die strategische Repositionierung der Bank abgeschlossen sei, das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren stark sei und „jede einzelne zusätzliche Investition“ ins Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und ins Transaction Banking fließe, hat Abouhossein daran seine Zweifel. So habe die Bank im vierten Quartal noch Marktanteile an die US-Konkurrenz verloren und das sowohl im Aktien- als auch im Anleihehandel. Ende 2020 würden die Erträge aus dem Anleihehandel sogar um weitere 4 Prozent unter 2018 liegen, meint Abouhossein. Für das laufende Jahr erwartet der JP Morgan-Analyst, dass die Erträge aus dem Aktienhandel um weitere 5 Prozent purzeln. Wachstum sieht irgendwie anders aus.

Unterdessen stellt die Deutsche Bank trotz Sparprogramms weiteres Personal an. In der Präsentation zu den Jahresergebnissen sprach Sewing von „gezielten Einstellungen im Fixed Income-Geschäft und in Debt Origination“ und auch der Devisenhandel werde parallel zum Transaction Banking ausgebaut.

Darüber hinaus mehren sich die Zeichen, dass die Deutsche Bank ihre Pläne auch umzusetzen gedenkt. So berichten einschlägige Headhunter in London, die Deutsche Bank habe entsprechende Suchaufträge vergeben. Für das Investment Grade Credit Trading wurde sogar bereits ein Managing Director in London angeheuert.

Während die Deutsche Bank im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren auf die Wachstumsspur zurückzukehren will, droht Ungemach von den Ratingagenturen. So hat Moody’s für die Schuldentragfähigkeit der Deutschen Bank einen negativen Ausblick herausgegeben. Bei S&P ist das Unternehmen nur noch eine Stufe vom Ramschstatus entfernt. Für eine Bank mit einem riesigen, eigenkapitalintensiven Kredithandel stellt dies keine gute Ausgangssituation dar. Doch es zeigt sich ein Silberstreif am Horizont: Der Spread zwischen den Anleihen der Deutschen Bank und denen der Konkurrenz wird schmaler. So muss die Bank für ihre Dollar-Anleihe vom 3. Januar nur 10 Basispunkte mehr zahlen als die BNP Paribas. Es ist gar nicht so lange her, als Trader lieber bei der deutschen als bei der französischen Großbank angefangen haben.

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