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Aus zwei Zwergen wird noch lange kein Investment Banking-Riese

Zwei Zwerge machen noch lange keinen Riesen. Foto: Getty Images

Bei der Bundesregierung hat die Rückkehr zur altbekannten Industriepolitik Konjunktur. Die beiden Sozialdemokraten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär und Ex-Goldmann Jörg Kuckies haben sich in den Kopf gesetzt, mit der Fusion von Deutscher und Commerzbank einen internationalen Champion zu schaffen, der es mit der US-Konkurrenz aufnehmen könnte.

Selbst der Wegfall zehntausender Jobs, der damit zwangsläufig einhergehen würde, scheint die Sozialdemokraten nicht zu bremsen. Doch eine Deutsche Commerzbank wäre selbst auf ihrem Heimatmarkt im Investment Banking nicht selbstverständlich überall führend und schon gar nicht außerhalb davon. Dies ergibt eine einfache Rechnung, in der man die Erträge der beiden Großbanken zusammenrechnet und mit der Konkurrenz vergleicht.

Laut dem Datenanbieter Dealogic generierte die Deutsche Bank 2018 weltweit Investment Banking-Erträge von 2,448 Mrd. Dollar. Damit landen die Frankfurter weiter hinter dem Weltmarktführer JP Morgan mit 6,938 Mrd. Dollar auf dem achten Platz – immerhin. Denn bei der Commerzbank waren es schmale 189 Mio. Dollar, was gerade einmal für den 66. Platz reichte. Eine Deutsche Commerzbank würde daher keinen einzigen Rang gutmachen.

In Europa sieht es besser aus – aber nur wenig. Die Deutsche Bank landete hier mit Erträgen von 827 Mio. Dollar auf dem sechsten Platz und die Commerzbank mit 152 Mio. Euro auf dem 24. Rang. Mit zusammen 979 Mio. Dollar würde es immerhin für den dritten Platz reichen. Dennoch würden weiterhin JP Morgan und Goldman Sachs mit 1,585 und 1,318 Mrd. Dollar souverän führen.

In Deutschland sieht es zumindest ein wenig rosiger aus. Selbst auf den Heimatmarkt spielt die Deutsche Bank mit 246 Mio. Dollar nur die zweite und die Commerzbank mit 84 Mio. Dollar gar nur die zehnte Geige. Marktführer war mit 263 Mio. Dollar ebenfalls JP Morgan. Mit zusammen 347 Mio. Dollar würde die Deutsche Commerzbank zumindest in Deutschland wieder die Marktführung übernehmen. Allerdings gelang ihr das früher aus eigener Kraft.

Außerdem ist es längst keine ausgemachte Sache, dass eine Deutsche Commerzbank nicht weiter Marktanteile verlieren würde, wie die Deutsche Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr und die Commerzbank bei der Übernahme der Dresdner Bank schmerzlich erfahren mussten.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

 

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AUTORFlorian Hamann Redakteur für Deutschland & die Schweiz

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