Welche Jobs bei einer Fusion von Deutscher und Commerzbank bedroht wären

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Welche Jobs bei einer Fusion von Deutscher und Commerzbank bedroht wären

Wer einem Mitarbeiter von Deutscher oder Commerzbank gründlich die Laune verderben möchte, muss nur zwei Worte sagen: „Dresdner Bank“. Mittlerweile sind elf Jahre seit der Fusion von Commerz - und Dresdner Bank vergangen. Dennoch können sich noch viele gut an den damit verbundenen Personalabbau erinnern. Vom Abbau von rund 9000 Stellen entfielen rund 70 Prozent auf das Back Office und die IT. Von den etwa 2500 im Ausland abgebauten Stellen musste das Investmentbanking das Gros schultern.

Da sie der kleinere Partner waren, wurde den Dresdner Bank-Mitarbeitern das meiste abverlangt. Rund 1200 Jobs aus den Bereichen Sales, Trading, Research und M&A verschwanden etwa bei Dresdner Kleinwort Benson in London. Weiter gab es Beschwerden, dass Boni nicht ausbezahlt worden wären. Von 2009 bis 2013 verschwanden etwa 80 Prozent der Dresdner Bank-Mitarbeiter aus dem Register der Londoner Finanzaufsicht Financial Conduct Authority.

Besonders die heutigen Commerzbank-Mitarbeiter können sich noch gut an die Geschichte erinnern. Obgleich bereits viel über die Bedrohung der New Yorker Mitarbeiter der Deutschen Bank geschrieben wurde, haben doch eigentlich die Vertriebsleute, Trader und Investmentbanker der Commerzbank das meiste zu befürchten. Besonders Commerzbank-Mitarbeiter außerhalb Deutschlands scheinen bedroht.

„Die Leute haben das meiste zu befürchten, die für die Commerzbank in London, New York oder Asien arbeiten“, erzählt ein Credit Trader der Commerzbank, der lieber anonym bleiben möchte. „Als Dresdner und Commerzbank fusionierten, haben die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter darunter nicht besonders gelitten. Doch außerhalb Deutschlands gab es einen substanziellen Abbau. Es ist klar, dass das Gleiche noch einmal passieren wird.“

Laut einem New Yorker Mitarbeiter der Commerzbank falle die Stimmung in dem Institut ziemlich schlecht aus. „Uns wurde gesagt, dass wir darüber nicht sprechen dürften“, ergänzt er. Während die Fusionspläne von den Vorständen vorangetrieben werden, hegen die meisten übrigen Mitarbeiter Zweifel. „Es macht keinen Sinn und es wird eine Menge Geld kosten, die Systeme beider Banken zu vereinheitlichen“, erzählt ein Vertriebsmitarbeiter der Commerzbank in Frankfurt. Er betont, dass die Bank mit der 2016 verkündeten Strategie bereits heute die Digitalisierung der Bank und den Abbau von fast 10.000 Jobs vorantreibe. Innerhalb der Commerzbank vertreten viele die Meinung, die Deutsche Bank hinke darin hinterher.

Während Vertriebsmitarbeiter und Trader der Commerzbank in London und New York besorgt sind, glauben wenig, dass ein Stellenabbau in Großbritannien oder den USA viel bringe. „Sie werden außerhalb Deutschlands abbauen, weil es dort billiger ist und sie werden eine Menge guter Leute verlieren. Das stellt das wirkliche Problem dar“, meint der Credit Trader der Commerzbank.

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