GASTBEITRAG: Wenn Investmentbanker eine Beziehung zu einer jungen Kollegin eingehen

eFC logo
GASTBEITRAG: Wenn Investmentbanker eine Beziehung zu einer jungen Kollegin eingehen

Wen scherts? Schon immer stellte eine intime Beziehung zu einer Kollegin ein Tabu dar, doch heute ist das schon ebenso schlimm, als würde man im Adamskostüm durch die Unternehmens-Cafeteria spazieren. Aufgrund der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen und dem Problem der Banken, Frauen an das Unternehmen zu binden, sehen sie Beziehungen unter den eigenen Mitarbeitern besonders kritisch. Und nachdem, was ich in meiner eigenen Karriere erlebt habe, stellt dies tatsächlich ein Problem dar.

Die größte Gefahr besteht bei Analysten und Associates, die gemeinsam viel Zeit bei der Arbeit verbringen – oft bis spät in die Nacht. Compliance und Personalabteilung sind sich der Gefahr wohlbewusst und schnell dabei, jedes Aufflackern einer Büroromanze im Kern zu ersticken. Dennoch kommt es immer wieder vor. So kenne ich einen Analysten, der nach einen heftigen Barbesuch am Freitagabend mit einem weiblichen Associate angebandelt hat. Dies führte zu einer Woche Kopfschmerzen und dem dringenden Wunsch, dass dies niemals passiert wäre. Anschließend kam sie mit einem Vice President des Teams zusammen und trennte sich von ihm. Sie ließ ihn mit gebrochenem Herzen zurück, nur um sich an einen Director heranzumachen. So etwas kommt vor. Für den Analysten ging es nur darum, die Karrierestufen hinaufzuklettern.

Doch für männliche Banker sind Beziehungen zu jüngeren Bankern hochriskant. Beispielsweise kenne ich einen jüngeren Managing Director, der sich in den Kopf gesetzt hatte, die schönste Frau der Abteilung zu erobern, wobei es sich zufälligerweise um eine frischeingestellte Analystin handelte. Es dauerte nicht lange, bevor sie am Desk des Managing Directors saß und klar mit ihm liiert war.

Diese Beziehungen führte zu allen erdenklichen Spannungen im Team. Der Rest von uns fühlte sich vernachlässigt und unfairerweise mit dem schwierigsten Projekt betraut. Wir hörten, dass die Analystin gezwungen wurde, sich einen anderen Job zu suchen. Doch tatsächlich war es der Managing Director, der ging – und zwar zu einem Wettbewerber.

Manchmal funktionieren Beziehungen im Banking sogar. So kenne ich einen Managing Director, der eine Analystin geheiratet hat. Er hatte sie dazu eingeladen, ein „Spezialprojekt“ zu beraten, worauf nette Restaurant-, Opern- und Clubbesuche folgten. Doch das ist bereits fünf Jahre her – heute würde das wohl kaum noch passieren.

Bei Amit Iltelmon handelt es sich um das Pseudonym eines Londoner Bankers.

Ähnliche Artikel

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close
Loading...
Loading...