Die osteuropäische Bank, die über 151.000 Euro pro Kopf in Frankfurt zahlt

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Die osteuropäische Bank, die über 151.000 Euro pro Kopf in Frankfurt zahlt

Foto: Getty Images

Wenn es um Auslandsbanken in Frankfurt geht, denken die meisten an Goldman Sachs, JP Morgan und UBS. Doch es gibt auch osteuropäische Banken, die in Frankfurt viel Geld verdienen und gut zahlen. Dazu gehört sicherlich die russische Bank VTB. Jeder ihrer 214 Mitarbeiter in Frankfurt und Wien hat im abgelaufenen Jahr durchschnittlich rund 151.500 Euro eingestrichen.

Noch erstaunlicher ist, dass die VTB 2018 ihren Reingewinn von 20,6 auf 73,5 Mio. Euro steigern konnte, wie aus dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht hervorgeht. Der Geldsegen geht indes auf den Zinsüberschuss zurück, der binnen Jahresfrist von 173 auf 300 Mio. kletterte. Dagegen legten die Provisionen von 20,7 auf 26,7 Mio. Euro zu.

Die VTB gehörte zu den ersten Auslandsbanken, die mit ihren Brexit-Plänen ernst gemacht und ihre Aktivitäten in Frankfurt konzentriert hat. Entsprechend rasant fiel der Personalaufbau am Hauptsitz der neuen VTB Europe SE aus. „Zusätzlich zu 17 Kollegen, die innerhalb des VTB Netzwerks aus Wien, London und Moskau nach Frankfurt versetzt wurden, haben im Verlauf des Jahres insgesamt 51 neue Mitarbeiter im Front- und Back Office ihre Arbeit aufgenommen“, heißt es im Geschäftsbericht.

Obgleich die Russen zu den ersten Auslandsbanken zählen, die tatsächlich infolge des Brexits ihr Front Office in Frankfurt verstärkt haben, entfällt das Gros des Stellesegens wie bei den anderen Auslandsbanken auf nachgeordnete Funktionen. „Insbesondere haben wir uns im Bereich der Risiko- und Backoffice-Funktionen verstärkt“, heißt es dazu im Geschäftsbericht. Dazu gehörten auch Jobs in Compliance, Audit und IT.

So hat die russische Bank ihren Head of Financial Institutions Alexander Rost im vergangenen Jahr von der Commerzbank abgeworben und Henning Heppener, Associate Director im Corporate and Investment Banking kommt von Quaesta Capital in Frankfurt.

Auch im laufenden Jahr scheinen die Einstellungen weiterzugehen. Erst im Juli hat die VTB ihren Head of KYC (Know your customer) Christian Guth von der Commerzbank abgeworben, für die er zwei Jahre tätig gewesen ist. Im April wurde der Head of Business Control Carl-Friedrich Müller von Deloitte geholt und Senior Risk Manager Djamshid Bakiev im Januar von der Degussa Bank.

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