Roman Schmidt, das große Tier der Commerzbank

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Roman Schmidt, das große Tier der Commerzbank

Photo by Frida Bredesen (@fridooh) on Unsplash

Die im Frühjahr angekündigte Restrukturierung des Firmenkundengeschäfts der Commerzbank ist mittlerweile in Kraft. Der starke Mann im Investment Banking ist der Bereichsvorstand für Capital Markets Roman Schmidt, der schon bislang das Corporate Finance-Geschäft leitete. Seit dem 1. Juli ist er auch für das Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rostoffen (FICC) zuständig. Da sich die Bank aus dem Handel mit Aktien zurückgezogen hat, verantwortet Schmidt damit zumindest produktseitig quasi das gesamte verbleibende Investment Banking des Konzerns.

Mit der Zusammenlegung stellen wir uns noch effizienter und kundenfokussierter entlang der Wertschöpfungskette für Kapitalmarktprodukte auf. Die Angebotspalette beinhaltet auch das Risikomanagement für Zins- und Währungsrisiken sowie eine sektorbasierte Beratung für Unternehmen“, sagte Schmidt kürzlich dem Finance-Magazin.

Ein Ziel besteht auch darin, mittelständische Unternehmen in der Umsatzklasse mit 50 bis 250 Mio. Euro bei ihren ersten Gängen an den Kapitalmarkt zu unterstützten, sagte Schmidt in einem konzerneigenen Video. Weiter hofft er auf die Blockchain-Technologie, um z.B. Teile des Schuldscheingeschäfts zu digitalisieren. 

Roman Schmidt hat schon 1987 mit Anleihen gehandelt

Schmidt zählt zu den Investment Banking-Veteranen. Während sich jüngst der Chef des Geschäfts mit Aktienemissionen (ECM) der Bank of America Georg Hansel mit Mitte 50 und einer Party in den Ruhestand verabschiedete, geht die Karriere des 57jährigen Schmidt weiter.

Schon 1987 hat Schmidt als Bond Trader für die Commerzbank in Frankfurt gearbeitet. Mit nur 25 Jahren wurde er Head of Government Bond Trading bei der Credit First Boston in London. Von 1990 bis 1997 arbeitete er für die Deutsche Bank in Frankfurt, wo er es bis zum Head of Capital Markets Deutschland brachte. Nach einem kurzen Abstecher als Global Co-Head of Debt Capital Markets zu Barclays in London wechselte er zur Jahrtausendwende zur Commerzbank, wo sein Geschäftsbereich als Ertragstreiber galt. Bei der Bank war er erst Global Head of Corporate Finance, bis er seit 2004 in den Bereichsvorstand des Firmenkundengeschäfts des Konzerns aufstieg.

Schmidt hat einiges zur Neuorientierung der Commerzbank nach der Finanzkrise beigetragen. 2016 erzählte er dem Magazin Global Capital, dass er die Investmentbank verstärkt auf Klein- und Mittelständische Unternehmen ausrichte und neue Branchenteams aufbaue, um sektorspezifische Lösungen bereitzustellen. „Wir folgen keinem klassischen Bankenmodell, wo die globalen Sektorteams großen M&A-Mandaten nachjagen, um zu den fünf größten Unternehmen zu zählen", sagte er Global Capital. Auch die Deutsche Bank scheint diesem Ansatz zu folgen, indem sie sich stärker auf ihren Heimatmarkt orientiert.

Schmidt hat Finanzkrise und Dresdner Bank-Übernahme überstanden

Damit hat der Vater von vier Kindern sowohl die Finanzkrise als auch die Fusion mit der Dresdner Bank mitgemacht und überstanden. Anfangs berichtete er sogar an den umtriebigen Investment Banker Mehmed Dalman, der damals das Wertpapiergeschäft des Konzerns leitete. Schmidts Karriereslalom zwischen Corporate Finance und Bond Trading qualifiziert ihn jedenfalls für die Leitung des zusammengefassten Investment Bankings.

Allerdings wartet auf den 57jährigen viel Arbeit. Die Erträge im Firmenkundengeschäft purzelten im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahrszeitraum um 14 Prozent auf nur noch 776 Mio. Euro. Das operative Ergebnis stürzte sogar von 218 auf 22 Mio. Euro ab. Die Zeit für den Ruhestand ist offenbar noch nicht gekommen.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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