Ich habe das Banking verlassen, weil ich traurig und gelangweilt war. Es hat sich gelohnt.

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Ich habe das Banking verlassen, weil ich traurig und gelangweilt war. Es hat sich gelohnt.

Photo by Clem Onojeghuo on Unsplash

Leben und Arbeit können in Konflikt geraten, was die Quintessenz meiner folgenden Ausführungen darstellt. Nur wenige Leute wollen darüber offen sprechen, weshalb sich Betroffene wie Außenseiter fühlen. Doch das ist nicht der Fall.

Als ich 2018 als Associate das Sektor-Team einer Großbank verlassen habe, hatte ich die Lust an der Arbeit verloren. Darüber hinaus wollte ich meine Familie unterstützen, nachdem mein Vater verstorben war. Es genügt zu sagen, dass es sich um eine schwierige Entscheidung handelte, aber es gab eine Menge an Dingen zu erledigen, bis unsere Familie wieder ihre Füße auf den Boden bekam. Glücklicherweise hat mir die Arbeit in M&A die Fähigkeit verliehen, mit fast allen Problemen zurechtzukommen.

Es handelte sich um eine einmalige Gelegenheit für meine persönliche und berufliche Entwicklung. Vor allem konnte ich mir in meiner Auszeit klar darüber werden, was ich noch von meiner Karriere wollte und hatte die Freiheit entsprechende Weichenstellungen vorzunehmen. Um möglichst viel aus der Auszeit herauszubekommen, habe ich mir vorgenommen, die Prüfungen zu meiner beruflichen Fortbildung abzuschließen. Weiter habe ich mein Fitnesstraining wieder aufgenommen, um das Gewicht abzutrainieren, das ich während meiner Analystenjahre zugelegt hatte.

Um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen. Es handelte sich um keine einfache Angelegenheit. Die Leute, die ich vor meiner Kündigung um Rat gefragt hatte, haben recht unterschiedlich reagiert. Daher verließ ich das Unternehmen von Zweifeln geplagt: „Was zur Hölle habe ich da gerade gemacht.“

Die Geschichte ließ sich leicht in Vorstellungsgesprächen rechtfertigen und die schlimmste Übung bestand darin, mit Äußerungen umzugehen wie: „Das tut mir leid.“ Allerdings gab es da noch ein kleines Problem, nämlich die Miete, die ich monatlich zahlen musste…

Erstaunlicherweise brauchte ich nicht lange, einen neuen Job zu finden, nachdem ich erst einmal herausgefunden hatte, was ich wirklich wollte. Ich fing bei einer anderen Großbank an. Zwar arbeite ich unter dem Schirm der Investment Banking Division, dennoch unterscheiden sich Arbeitsweise und Fokus des Teams gravierend. Seither habe ich nicht mehr zurückgeblickt.

Joel Gray ist ein Pseudonym.

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