Citibank: In Frankfurt herrscht ein erbitterter Krieg um die besten Köpfe

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Citibank: In Frankfurt herrscht ein erbitterter Krieg um die besten Köpfe

„Wir müssen uns im Bereich Trading, Compliance und Finance verstärken und brauchen M&A-Banker – und es ist erstaunlich, wie schwer es ist, Leute zu finden.“ Mit diesen Worten beschreibt Kristine Braden von der Citigroup nach Angaben von S&P Global Market Intelligence die Situation in Frankfurt. Braden, die seit gut einem halben Jahr die Verantwortung für den Europe Cluster übernommen hat, scheint in einen regelrechten Krieg um die besten Köpfe geraten zu sein.

Dass man in den genannten Bereichen plötzlich Leute braucht, ist nicht wirklich überraschend – dass Banken im Zuge des Brexits rechtlich dazu gezwungen sind, einige Funktionsbereiche aus London auszulagern, war absehbar. Den Aufsichtsbehörden ist es wichtig, dass die Banken in der EU nicht nur Briefkastenfirmen eröffnen, die von London aus operieren, sondern vollbesetzte, funktionsfähige Einheiten aufbauen. Da sämtliche globale Großbanken die gleichen Leute suchen, war klar, dass diese irgendwann knapp werden würden.

Was allerdings alle überrascht, ist, dass niemand einen Rückzieher macht. Vor die Wahl gestellt, ob man Pläne zurückstellt oder tatsächlich vor Ort Leute rekrutiert, haben scheinbar alle großen US-Banken beschlossen, letztgenanntes zu tun – und das ist kostenintensiv. Anfangs hatte Frankfurt noch den Vorteil, einen großen Heimatmarkt und ein deutlich niedrigeres Gehaltsniveau aufzuweisen. Dies scheint sich jetzt gedreht zu haben. Deutsche Banker lassen sich in zwei Gruppen unterteilen – jene, denen die deutsche Unternehmenskultur mit ihren geregelte Arbeitszeiten wichtiger ist als die Bezahlung und jene, die sehr schnell gemerkt haben, was sie für einen Marktwert haben und wie sie sich diesen bei ausländischen Unternehmen vergolden lassen können. Ähnliches war in Paris und vermutlich an fast allen europäischen Finanzplätzen zu beobachten

Wer hochqualifizierte deutsche Banker in den Bereichen Compliance, Trading, Finance und M&A finden will, wird natürlich immer noch eher in London fündig als in Frankfurt. Es kursieren Anekdoten von Headhuntern, wonach ehemalige Frankfurter Banker das größte Interesse daran haben, nach Hause zurückzukehren. Solange die besten Kunden und größten Deals nach wie vor in London sind, schrecken viele allerdings noch zurück. Und so erklärt Alison Harding-Jones, Head of EMEA M&A bei Citi: „Alle wollen gewinnen und alle wollen dort arbeiten, wo es dafür die besten Voraussetzungen gibt.“

„Mit der Zeit dürfte London vielleicht nicht mehr die besten Voraussetzungen bieten – die schlechtesten allerdings auch nicht. Nach dem Brexit wird die Lage fragmentierter und London wird seine Magnetwirkung verlieren“, sagt Andrea Vismara, ehemalige Goldman-Sachs-Bankerin und mittlerweile CEO der Mailänder Boutique Equita. Mit Blick auf die Gehälter stehen die Zeichen in London also schlecht – überall sonst dürften sie allerdings steigen.

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Photo by Jannik Selz on Unsplash

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