Londoner Banker klagen, dass EU-Kollegen „wenig gewandt“ sind

eFC logo
Londoner Banker klagen, dass EU-Kollegen „wenig gewandt“ sind

Es liegt schon eine Weile zurück und doch werden sich manche noch daran erinnern, wie Barclays Lehman Brothers übernommen hat – und an die allgemeine Angst, die darauf folgte. Es ging nicht nur darum, dass eine britische Großbank eine abgehobene amerikanische Investmentbank geschluckt hatte, oder darum, dass aufgeblasene Lehman-Mitarbeiter sich in ihren Egos gekränkt und in einer unterlegenen Position wiederfanden. Es ging um die Kredit-Verkäufe. Wem gehörten sie? Wenn ein Sales-Mitarbeiter bei Barclays in London und ein Sales-Mitarbeiter bei Lehman in New York dieselben Kunden hatten, wer bekam am Ende dann den Bonus?

Die offensichtliche Antwort ist, dass sich am Ende beide den Ruhm teilten. So läuft es in den meisten internationalen Sales-Teams, wenn auch die Anfangszeit sich schwierig gestaltete: Banker, die der Meinung waren, dass ihre Kunden ihnen gehören, mussten mit neuen Kollegen zusammenzuarbeiten, die ebenfalls der Meinung waren, dass es „ihre“ Kunden seien.

Beim Brexit geht es nicht um komplett neue Kollegen, doch es scheinen sich ähnliche Probleme zu ergeben. Nachdem Banker in London infolge des Brexits nicht mehr für europäische Kunden tätig sein dürfen, sind einige nach Angaben der Financial News wutentbrannt darüber, dass sie lang-gehegte Kunden an ihre Kollegen in der EU abgeben müssen. „Ich habe den Kunden aufgetan. Ich habe all meine Arbeit reingesteckt und jetzt soll ich ihn einfach jemand anderem übergeben?“, klagt ein führender Banker. Ein anderer erklärt, dass er zwar weiterhin mit seinen Stammkunden sprechen dürfe, dass aber das Trading über einen Kollegen in der EU abgewickelt werden müsse. Der besagte EU-Kollege sei „nicht gewandt genug“ um die Nuancen der Beziehung zu verstehen, klagt er.

Bei anderen Banken wird so verfahren, dass sogenannte 'EU Chaperone' bei den Kunden-Calls dabei sind und die Sales-Mitarbeiter von London aus ihre Kunden weiter wie üblich beraten. Den Sales-Leuten in London ist diese Variante – vermutlich – am Liebsten. Gut möglich, dass Banken, die das „Chaperon-Model“ fahren (sofern es von den Behörden toleriert wird) zu bevorzugten Arbeitgebern werden.

Am Ende wird alles wieder an den gefürchteten Kreditverkäufen hängen. Einige Banken ändern schon jetzt ihre Vergütungsstrukturen, so Dr. Michael Huertas, Co-Head für „European Regulatory Practice for Financial Institutions“ bei der Rechtsanwaltskanzlei Dentons mit Sitz in Frankfurt. Gegenüber Financial News meinte er, dass die, die es richtig machen, die Zusammenarbeit zwischen den Teams in London und der EU stärken. Wer es anders macht, dem steht zum Ende des Jahre eine große Schlacht um die Verteilung der Boni ins Haus.

Photo by steffen Wienberg on Unsplash

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available. Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

Ähnliche Artikel

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close
Loading...
Loading...