Banken-Jobs bei JP Morgan, in denen man weniger als 80 Stunden pro Woche arbeitet

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Banken-Jobs bei JP Morgan, in denen man weniger als 80 Stunden pro Woche arbeitet

Was früher hauptsächlich für 23-jährige im Bereich M&A galt, trifft mittlerweile bekanntermaßen auf fast alle Junior-Banker zu: Es wird extrem viel gearbeitet. Vor wenigen Wochen bestätigte eine inoffizielle Umfrage unter jungen Goldman-Sachs-Analysten, dass 100-Stunden-Wochen während der Pandemie bei fast allen Banken üblich geworden sind.

Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Banker so viel arbeiten. Am meisten gearbeitet wird bei Front Office-Bankern im Investmentbanking – also dort, wo gemeinsam mit Kunden an M&A-Deals gefeilt wird oder es um Kapitalbeschaffungsprojekte in ECM- (Equity Capital Markets) oder DCM-Teams (Debt Capital Markets) geht. Wie der Banken-MD und Blogger  Epicurean Dealmaker bereits vor Jahren anmerkte, steht man im Investmentbanking „komplett unter der Knute des Klienten“, die einem im Gegenzug für die permanente Erreichbarkeit ein kleines Vermögen bezahlen. „Aus diesem Grund lassen wir uns auch in letzter Minute darauf ein, lächerliche Anfragen innerhalb von quasi unerreichbaren Fristen umzusetzen. Und aus diesem Grund machen wir unseren jungen Bankern, die standardmäßig nachts und am Wochenende arbeiten müssen, das Leben zur Hölle“, schreibt Blogger Epicurean Dealmaker – das bringt der Job einfach mit sich.

Doch was, wenn man nicht im Investmentbanking arbeitet? Was, wenn man nicht dem Klienten – respektive dem Managing Director, der den Kunden glücklich machen will – ausgeliefert ist? Eine Corporate Bankerin, eine Credit-Risk-Analystin und ein Tech-Mitarbeiter bei JP Morgan erklären, dass sie viel arbeiten, ihre Arbeitszeiten aber sehr viel erträglicher sind.

Arbeitszeiten als Tech-Mitarbeiter im Banking

„Die normalen Arbeitszeiten im Tech-Bereich bei JP Morgan sind von 9:30 bis 18:30 Uhr“, berichtet ein Tech-Mitarbeiter, der an den Trading-Systemen der Bank arbeitet. „Es kommt auf das Projekt und auf das Team an – auf manchen Stellen wird nicht so viel gearbeitet, anderswo kann es aber auch ziemlich gnadenlos sein. Wer beispielsweise im Support für ein Equities-Trading-Desk arbeitet, ist 60 Stunden pro Woche im Büro.“

Der Tech-Mitarbeiter, der vom Home Office aus 60 Stunden pro Woche arbeitet, erklärt dass im normalen Präsenzbetrieb bei Tech-Leuten im Banking eher 45 Stunden die Norm sind.

Arbeitszeiten im Credit-Risk

Im Bereich Credit sind die Arbeitszeiten länger. „Lamide Elizabeth“, Credit-Risk-Analystin bei JP Morgan berichtet, dass sie an einem durchschnittlichen Tag von 9 Uhr bis 20 oder 21 Uhr arbeitet. An einem guten Tag höre sie um 19 Uhr auf. In einem unlängst erschienenen YouTube-Video sagt Elizabeth, dass ihr Arbeitstag in der Regel mindestens drei Stunden früher zuende ist als der der Analysten im Investmentbanking. „Da kann es auch mal 1 oder sogar 4 Uhr morgens werden“, habe sie von einem Bekannten erfahren, der im Industry Team des Investmentbankings arbeitet.

Arbeitszeiten im Corporate Banking

Wie sieht es aus, wenn man durchaus Kundenkontakt hat, allerdings im Corporate- und nicht im Investmentbanking? Ayesha, JP Morgan-Analystin und YouTuberin, ist im Corporate Banking tätig. Was sie in ihren Videos sagt, lässt darauf schließen, dass ihre Arbeitstage länger sind als bei Lamide im Bereich Credit Risk, aber immer noch kürzer als die im Investmentbanking. „Ich fange so um 8 oder 9 Uhr an und arbeite wenn es wirklich extrem ist bis 22 oder 23 Uhr. An Wochenenden arbeite ich nicht wirklich“, so Ayesha. In einem anderen Video von letzter Woche berichtet sie dann allerdings, dass sie bis 11 Uhr keine Zeit zum frühstücken hatte und erst um 19 Uhr dazu kam, Mittag zu essen. Immerhin bekomme sie allerdings ihre sieben Stunden Schlaf pro Nacht.

Beschwerden über Arbeitszeiten im Investmentbanking häufen sich

Es ist nicht klar, wie JP Morgan zu den Online-Aktivitäten seiner neuen Analysten

steht, die Teil eines wachsenden Trends sind, doch immerhin führen die Videos vor Augen, dass nicht alle Jobs im Bankwesen das gesamte Leben einnehmen, auch wenn an Wochentagen bis in den Abend hinein gearbeitet wird. Und es gibt sogar den Jung-Mitarbeiter im Investmentbanking bei JP Morgan, der auf YouTube über die „seltsame Zufriedenheit“ spricht, die 16-Stunden-Tage in Investmentbanking bei ihm auslösen.

Doch JP Morgan ist nicht die einzige Bank, die von einer Flut von YouTube-Enthüllungen betroffen ist. Angela Sun, früher Analystin im Investmentbanking bei UBS, die die Bank im Januar 2021 verlassen hatte und ins Corporate Development bei Dataminr gewechselt war, äußerte vor Kurzem in einem Video, dass sie sich in ihrer Zeit im Home Office bei UBS kaum getraut habe, ihren Schreibtisch zu verlassen und bei der Rückkehr „haufenweise“ Skype-Nachrichten oder E-Mails vorfand, in denen sie gefragt wurde, wo sie gewesen sei. „Ich habe mich den ganzen Tag über nicht getraut, länger spazieren zu gehen bin höchstens mal eine Runde um den Block gegangen“, so Sun. „Meine Knochen knacken bei jeder Bewegung, die ich mache.“ Um 7 Uhr morgens aufzustehen, um Sport zu machen, ist nicht einfach, wenn man bis 3 Uhr morgens gearbeitet hat. Gleiches gelte, wenn man bis 6 Uhr arbeitet und dann für einen Anruf um 8 Uhr aufstehen müsse.

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