25 Prozent weniger Gehalt für Deutsche-Bank-Leute, die in die EU gehen: Ist das gerecht?

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25 Prozent weniger Gehalt für Deutsche-Bank-Leute, die in die EU gehen: Ist das gerecht?

Die Brexit-bedingten Umzüge in die EU nehmen an Fahrt auf und Banken scheinen dies als Gelegenheit zu verstehen, die Verlagerung der Arbeitsplätze mit Gehaltskürzungen zu verknüpfen. Eine dieser Banken ist die Deutsche Bank.

Die Financial Times berichtet heute, dass die Deutsche Bank ihre Corporate Bank infolge des Brexits neu ausrichtet und dass 100 der 400 Beschäftigten der Corporate Bank in Großbritannien gehen müssen. Ihre Arbeitsbereiche werden nach Dublin, Berlin, Frankfurt (und Asien) verlegt, wo sie dichter an den Kunden sind. Die betroffenen Personen können sich auf ihre in die EU verlagerten Stellen bewerben, müssen Berichten zufolge allerdings eine Gehaltskürzung von 25 Prozent in Kauf nehmen.

Ist das gerecht? Wenn Banken es schaffen, Beschäftigte von der Notwendigkeit von Gehaltskürzungen zu überzeugen, lassen diese sich erfahrungsgemäß auch darauf ein. Als BNP Paribas beispielsweise Ende 2019 Banker aus Großbritannien nach Paris schickte, beklagten Insider, dass sie Verträge unterschreiben mussten, in denen ihr Gehalt in Euro ausgewiesen wurde und die damit 20 Prozent unter dem Äquivalent in britischen Pfund lagen. Im September letzten Jahres hatte ein französischer Quant uns berichtet, dass er sich im Zuge seiner Versetzung auf ein Gehalt eingelassen habe, dass 28 Prozent unter dem lag, war als was er in London verdient hatte.

US-amerikanische Banken scheinen sich im Zusammenhang mit Versetzungen hingegen großzügiger zu geben. Als Morgan Stanley Beschäftigte aus den Bereichen Fixed Income Sales and Trading 2019 nach Frankfurt schickte, gab man diesen 5 Prozent mehr Gehalt. Als Bank of America im selben Jahr Mitarbeitende nach Paris verlegte, wurden – Berichten zufolge – die Gehälter zwar an das Niveau vor Ort angepasst, es gab allerdings einen Bonus in Höhe von 25.000 $, um die Umzugskosten zu decken.

Headhunter in Frankfurt berichten, dass Gehälter im Investmentbanking in Frankfurt häufig höher seien als in London. First-Year-Analysten im Investmentbanking bei großen US-Banken in Frankfurt verdienen zwischen 65.000 und 75.000 € (56.000 bis 65.000 £), während die Gehälter für First-Year-Analysten in London fest bei 50.000 £ liegen, so ein Headhunter aus Frankfurt. Durch die höheren Steuern und Sozialabgaben bleibt am Ende allerdings mehr oder weniger das gleiche Nettogehalt.

Alexandre Mandel, Headhunterin bei Paul Mandel Partners in Genf, erklärt dass es eher ungewöhnlich sei, dass Leute, die aus London kommen, eine Gehaltskürzung von 25 Prozent hinnehmen. Mandel berichtet, dass die Lebenshaltungskosten für französische und deutsche Banker, die in ihre Heimat zurückkehren, zwar günstiger seien, aber dass nur wenige Banken dies für sich nutzen würden. Ein J.P. Morgan Banker in Paris gibt an, dass er niemanden kenne, der sich darauf eingelassen habe, aus London wegzugehen und weniger zu verdienen. „Bei uns war es eine vernünftige Anpassung, aber definitiv keine Kürzung.“

Die Deutsche Bank gibt zu der verpflichtenden Gehaltskürzung direkt keinen Kommentar. Die Bank erklärte: „Wir sind Großbritannien nach wie vor sehr verbunden und der Standort bleibt ein wichtiges Zentrum für unsere Corporate Bank wie für andere Unternehmensbereiche. Wir werden von dort aus weiterhin unsere zahlreichen Firmenkunden in Großbritannien betreuen und Dienstleistungen für unsere Kunden weltweit anbieten.“

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