Ein Toiletten-Drama bei der Deutschen Bank erschwert Karrierewege

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Ein Toiletten-Drama bei der Deutschen Bank erschwert Karrierewege

Wer in einem Aufgabengebiet arbeitet, das unter die Regulierung der Aufsichtsbehörden fällt, dem sollten möglichst keine Fehler unterlaufen – denn die bleiben haften: Disziplinarische Handlungen von Seiten der britischen „Financial Conduct Authority“ werden dort festgehalten. Sogar Jahre später kann einem das bei der Jobsuche auf die Füße fallen.

Genau diese Erfahrung machten alle, die 2018 in einen unglücklichen Vorfall bei der Deutschen Bank in Birmingham verwickelt waren und der sich auf einem WC auf dem Trading Floor ereignete.

Personen, die dabei waren, berichten uns von einem scheinbar herrenlosen Handy, das in einer WC-Kabine lag und auf dem in voller Lautstärke ein Porno lief – und zwar mitten am Tag. Das Handy erregte die Aufmerksamkeit von zahllosen Deutsche-Bank-Mitarbeitern, von denen einige das Ganze per Foto und Video festhielten und über WhatsApp verschickten. Schlussendlich wurde das Handy von einigen der Anwesenden aufgehoben, das Video wurde ausgeschaltet und das Telefon wurde zur Abholung durch den Besitzer bereitgelegt.

Der Vorfall hallt noch immer nach, und zwar nicht für den Besitzer des Handys, der immer noch bei der Deutschen Bank arbeitet (gemunkelt wurde damals, dass er das Handy verloren hatte und ein Kollege sich mit dem Abspielen des Videos einen Scherz erlauben wollte).

Die Deutsche Bank will sich nicht äußern, aber einige, die an dem Vorfall beteiligt waren, sagen dass sie abgestraft wurden, obwohl sie korrekt gehandelt und das Handy am Empfang der Bank abgegeben hätten. Drei Jahre später haben sie aufgrund des Vermerks in ihrem FCA-Eintrag Schwierigkeiten, eine neue Stelle zu finden. Einige, mit denen wir gesprochen haben, geben an, dass ihnen gesagt worden sei, dass die Disziplinarmaßnahmen ausschließlich intern seien und keine langfristigen Folgen nach sich ziehen würden. „Es ist ungerecht“, berichtet einer, der die Bank aus anderen Gründen verlassen hat und nicht mehr in der Branche arbeitet. „Das Ganze hat negative Folgen für meine Möglichkeiten, einen neuen Job zu finden.“

Der Vorfall, über den vor drei Jahren nicht berichtet wurde, führt vor Augen, dass ein einziger Verhaltensfehler langfristige Folgen für die Beschäftigungsfähigkeit in der Finanzbranche haben kann. Einige der abgestraften Mitarbeiter sagen, dass ihnen vorgehalten wurde, sie hätten andere Kollegen davon abhalten müssen, in die WC-Kabine zu gehen, wo das Video lief. Andere wurden getadelt, weil sie Videos und Fotos des Vorfalls über WhatsApp verschickt hatten, die auch bei Empfängern außerhalb der Bank landeten, die diese dann wiederum an Managing Directors der Deutschen Bank schickten, verbunden mit abfälligen Kommentaren über die Unternehmenskultur der Deutschen Bank.

Wenn also auf dem WC eines Trading Floors ein Handy auf dem Boden liegt, auf dem ein unanständiges Video läuft, sollte man an besten einfach gar nichts machen.

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