Tech-Jobs im Bankwesen: Welche Programmiersprachen sollte man können, welche nicht?

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Tech-Jobs im Bankwesen: Welche Programmiersprachen sollte man können, welche nicht?

Als Managing Director, der eine große Front-Office-Technologie-Unit bei einer US-Investmentbank in New York verantwortet, werde ich von jungen Leuten immer wieder gefragt, welche Programmiersprachen man für Bankenjobs lernen sollte. Die Antwort lautet: Es kommt drauf an! Eine bestimmte Programmiersprache sollte man allerdings in jedem Fall beherrschen, nämlich Python.

Verglichen mit anderen Programmiersprachen mag Python langsam sein, ist in der Finanzwelt allerdings mittlerweile die Programmiersprache Nummer 1. Wir verwenden Python für Data Analytics, Data Investigation und Data Interrogation. Python ist die Programmiersprache von Machine Learning und KI – und je mehr der Einsatz von KI im Finanzsektor zunimmt, desto mehr Python wird auch verwendet.

Der große Vorteil von Python ist, dass es leicht zu lernen ist. Die Syntax ist von Menschen lesbar und intuitiv. Die Stärke von Python liegt in der Vielzahl der in Python verfügbaren  Open-Source-Libraries, für Machine Learning und viele weitere Anwendungen.

Neben Python sollten Sie sich mindestens eine weitere Programmiersprache aneignen. Wenn Sie OCaml können, wird das für Aufmerksamkeit sorgen – die Sprache ist allerdings schwierig, schwerer als Java und sogar schwerer als C++. OCaml ist jedoch die Art von Sprache, die Sie – wenn Sie gut darin programmieren können – bei Informatik-Nerds gut aussehen lässt. Weitere Programmiersprachen, die in diese Kategorie fallen, sind Lisp und Haskell.

Es fragt sich allerdings, ob Sie wirklich bereit sind, eine ultra-obskure Programmiersprache zu lernen? Im Finanzwesen verwenden wir Java, wenn es um die breite Entscheidungsfindung im algorithmischen Trading-Code geht, für den Hochfrequenz-Bereich arbeiten wir mit C++. Java-Derivate wie Scala werden für die Dateneingabe verwendet. Programmiersprachen wie R und MATLAB werden in bestimmten passgenauen Research-Szenarien eingesetzt, verlieren aber an Bedeutung.

Welche Programmiersprachen Sie lernen, sollten Sie von der Art der Stelle abhängig machen, auf die Sie wollen. Python sollte man auf jeden Fall lernen, bei der zweiten Programmiersprache kommt es dann aber darauf an: Wenn Sie an Trading-Algorithmen arbeiten wollen, lernen Sie Java. Wenn Sie an der Preisfindung für Derivate arbeiten wollen, lernen Sie C++. Wenn Sie an Benutzeroberflächen (UIs) arbeiten wollen, könnten Sie auch Javascript lernen. Wenn Sie mit Tickdaten arbeiten wollen, könnte Kdb/Q... naheliegend sein...

Es gibt drei Programmiersprachen, die man auf jeden Fall meiden sollte: Pascal (zu alt), Julia (zu neu) und Slang (zu sehr „Goldman Sachs“).

Ananda Vyas (Pseudonym) ist Managing Director im Technology-Bereich bei einer US-amerikanischen Investmentbank.

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