Banken-CEO: Kunden geben sich heutzutage auch mit VPs zufrieden

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Banken-CEO: Kunden geben sich heutzutage auch mit VPs zufrieden

Überall geht es um überlastete Nachwuchsbanker, doch was ist mit denen, die in anderen Bereichen im Investmentbanking arbeiten? Was ist mit den IT-Mitarbeitern in Indien, die mitten in der Nacht Meetings mit Leuten in anderen Zeitzonen haben, oder mit Risk-Managern, die 12-Stunden-Tage haben? Auf Glassdoor türmen sich die Klagen über die Arbeitszeiten im Banking und die meisten stammen nicht von Analysten und Associates im Investmentbanking, denen irgendwelche Excel-Modelle zum Hals raushängen.

Wenn man sich Jobs im Front Office ansieht, dann sollte man in Sachen Arbeitszeiten nicht Banker, sondern Trader genauer unter die Lupe nehmen. Schließlich sind Nachwuchsbankern jetzt die Gehälter erhöht worden, um (unter anderem) den Mangel an freier Zeit aufzuwiegen. Die Gehälter von Tradern sind dagegen gleich geblieben. Ist das gerecht?

Fragt man Xavier Rolet, früher Head der London Stock Exchange und außerdem ehemaliger Goldman-Sachs-Trader, so ist die Antwort „nein“. Rolets Einschätzung mag nicht ganz aktuell sein – seine Zeit bei Goldman Sachs in London und New York war von 1984 bis 1994 –, aber er sagt, dass er in seiner Zeit als Trader viel mehr gearbeitet hätte als die Nachwuchsbanker von heute, und dass ihm nicht klar sei, worüber sie sich beschweren.

„Wir haben den gesamten New Yorker Handelstag im Büro verbracht, haben am Schreibtisch Abend gegessen und dann von 20 bis 22 Uhr in Asien und Tokio gehandelt, sind in der dortigen Mittagspause nach Hause gefahren und haben dann von Mitternacht bis 2 Uhr früh den Tokioter Nachmittag mitgenommen“, so Rolet laut Financial News in einem Kommentar auf LinkedIn. „Dann bis 4 Uhr geschlafen, dann Order für den europäischen Markt eingestellt, schnell an die Wall Street, um 6:30 Uhr im gewesen Büro, dann weiter in Europa gehandelt, bis zum Pre-Opening in New York.“

Rolet habe so 130 Stunden pro Woche gearbeitet, also noch mehr als die 110 bis 120 Stunden pro Woche, die junge Investmentbanker bei Goldman Sachs unlängst beklagt hatten. Dies fände er nicht verwerflich, sondern es sei „für einen Habenichts aus einem Problemviertel in Paris gut“ gewesen. Zudem seien die langen Arbeitszeiten dadurch versüßt worden, dass man mittags und abends leckeres Essen an den Arbeitsplatz geliefert bekam.

Rolets Äußerungen könnten abgetan werden als Imponiergehabe eines Typen, der in seiner Laufbahn die Non-Executive-Director-Phase erreicht hat – aber sie könnten einen Nerv treffen bei den Tradern, die ebenfalls mehr Gehalt fordern. Wie vor Kurzem berichtet,  arbeiten die meisten Trader deutlich weniger lang als Banker, aber es gibt Ausnahmen. Die Banken von heute sind sehr viel globaler aufgestellt als zu Rolets Zeit und der Handelsbeginn und -schluss sollte theoretisch durch die Büros vor Ort abgedeckt werden. Wer allerdings den Bereich „Emerging Markets“ betreut, von dem wird immer noch erwartet, sowohl an den asiatischen wie auch an den amerikanischen Märkten zu handeln, was dazu führt, dass man bei schwankenden Kursen mehr als 15 Stunden am Tag arbeitet. Kurz: Auch Trader sind überarbeitet.

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