Banken-Praktikant steckt in Afghanistan fest

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Banken-Praktikant steckt in Afghanistan fest

Bis letzten Freitag schien Miles Routledge ein ganz normaler Student zu sein – einer, der in seinem zweiten Studienjahr ist, der in die Finanzbranche will und der seine Erfolge gerne an die große Glocke hängt. Jetzt wird er bekannt für etwas ganz anderes, das ihn von der Masse unterscheidet – wenn auch nicht unbedingt im besten Sinne. Routledge ist laut seinem Facebook-Profil Praktikant im Investmentbanking (hat diesen Sommer aber ein Praktikum im Wealth Management bei einem Unternehmen namens Infinity Financial Solutions gemacht) und verantwortet nach eigenen Angaben die Investmentbanking-Society an der britischen Loughborough University, wo er mit Bestnoten Physik studiert. Und: Routledge ist am 13. August nach Afghanistan gereist.

„Ich mag Risiko, ich bin Banker, das macht Sinn“, sagte Miles Routledge (der auch als Miles Arthur Le-vesconte Routledge auftritt) der London Times. „Ich hasse es, nur am Strang zu liegen und wollte einen Urlaub der etwas anderen Art machen. Wenn ich mit der Uni fertig bin, werde ich Vollzeit arbeiten und vielleicht eine Familie haben – bestimmte Dinge werde ich dann nicht mehr tun können. Ich fand Afghanistan sah echt nett aus, das Essen scheint toll zu sein und es ist spottbillig.“

Was dann folgte, war mitzuverfolgen auf Twitch und 4Chan und wurde von dort aus auf Twitter geposted. Routledge berichtet, er habe auf Google nach den „gefährlichsten Ländern“ gesucht, die man bereisen kann und seine Wahl anhand dieser Ergebnisse getroffen. Anfangs schrieb er in einem Post, dass er zuversichtlich sei, dass Kabul in den nächsten 30 Tagen nicht fallen werde. Sollte es anders laufen, könnte es „interessant“ werden und dass man dann einen „Soundtrack des Lachens“ über seinen Berichten finden könnte. Jetzt räumte er allerdings ein, dass er „in Bedrängnis“ sei und sich übernommen habe. Er hält sich derzeit in einem Zufluchtsort der Vereinten Nationen auf. Sein Reise-Guide habe sich retten können, fürchte jetzt aber um das Leben seiner Familie. All dies hält Miles Routledge allerdings nicht davon ab, das tolle Essen in Afghanistan zu posten und darüber zu albern, ob jemand vorbei kommen und die Stadt unsicher machen wolle. „Wenn er stirbt, ist er eine Legende und wenn er überlebt, wird er als Held in die Zivilisation zurückkehren“, erklärte ein Befragter auf 4Chan. Miles erklärte, er habe seit drei Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie und sei sich bewusst, dass er sein Leben riskiere. Weniger klar ist, ob die Geschehnisse seine Bankenkarriere voranbringen. Denn: Banken mögen Leute, die risikobereit sind – die Risiken sollten allerdings wohlkalkuliert sein.

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