250 Dollar pro Stunde von zuhause aus verdienen – ein ehemaliger Banker macht’s möglich

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250 Dollar pro Stunde von zuhause aus verdienen – ein ehemaliger Banker macht’s möglich

Wenn in diesem Monat die Boni für Analysten fließen, werden viele Junior-Banker überlegen, was ihre nächsten Karriereschritte sein könnten. Viele werden ins Private Equity wechseln, manche zu Hedgefonds. Einige werden ins Corporate Development gehen. Und wieder andere werden sich damit begnügen, bis 10 Uhr zu schlafen, dann ein bisschen Gitarre zu spielen und an der Gründung eines StartUps zu feilen.

Wer allerdings aus dem Banking aussteigen will, aber darauf angewiesen ist, weiter gut zu verdienen, für den hat ein junger Banker aus Deutschland eine Lösung parat: Arbeiten von zuhause aus, projektbasiert, für einen guten Stundensatz.

„Die Leute in unserer Community legen ihre Stundensätze selbst fest, in der Regel liegen sie zwischen 70 und 250 Dollar“, sagt Ömer F. Güven, Banker in Liechtenstein und Gründer von  Fintalent, einer Plattform, die M&A- und Strategiefachkräfte mit Unternehmen zusammenbringt. „Wir haben einen Time-Tracker und es werden die Stunden bezahlt, die tatsächlich gearbeitet werden. Es gibt keine Präsenzzeit.“

Fintalent wurde im Oktober 2019 gegründet. Zwanzig Monate später hat die Plattform laut Güven bereits 800 registrierte Fachleute sowie Kunden aus ganz Europa und den USA. Güven selbst hat fünf Jahre lang bei MM Warburg in Hamburg im Aktienbereich gearbeitet. Die Leute, die auf der Plattform registriert sind, waren zuvor in den unterschiedlichsten Unternehmen, von Goldman Sachs über J.P.Morgan bis hin zu Lazard oder McKinsey.

Fintalent ist nicht einfach nur eine verlängerte Werkbank  für Junior-Banker. Die Banker, die auf der Website gelistet sind (und die sich dort nur mit einer Einladung eintragen können) sitzen nicht in Niedriglohnländern und auch bei den Kunden handelt es sich nicht um überlastete M&A-Teams in Bulge-Bracket-Banken, denen es darum geht, öde Aufgaben auszulagern. Vielmehr sind die Kunden meistens große Unternehmen (Corporates) oder Portfoliounternehmen von PE-Fonds, die im Vorfeld von potenziellen Deals eine eigene Due-Diligence durchführen wollen. Fintalent macht es Kunden möglich, für jedes Projekt individuelle Teams zusammenzustellen.

Die Arbeitszeiten von vielen jungen Bankern sind während der Pandemie durch die Decke  gegangen, viele sind unzufrieden mit ihrem Job – und darum, so Güven, stoße die Plattform bei Bankern, die kurz davor sind, zu kündigen, auf großes Interesse. „Wir haben Leute, die bis vor Kurzem zwei Jahre lang als Analyst bei Goldman Sachs waren und es registrieren sich immer mehr Leute auf dem Director- und VP-Level.“

Was der Plattform zusätzlichen Schwung verleiht ist die Tatsache, dass viele Banken ihre Leute jetzt zurück in die Büros holen. „Wer will, kann bei uns auch sechs Monate lang remote arbeiten und so viel Geld verdienen, wie er will“, sagt Güven. „Da gibt es Leute, die Director bei Lazard in New York sind, und die mir sagen ‚Wenn Sie mir genügend Projekte anbieten können, bin ich gern bereit, zu kündigen und remote zu arbeiten‘.“

Zwar bekommt man als Freelancer keine großen Boni und wird auch kein Managing Director – wer aber beispielsweise junger Banker ist und ein Fintech gründen will, dem macht die Plattform es möglich, parallel zur Arbeit am Konzept noch Geld zu verdienen, schwärmt Güven. Dadurch dass die Mitglieder der Plattform ihre Projekte selbst auswählen und auch festlegen, wie sie arbeiten, können sie ihre Arbeitszeiten deutlich verkürzen, sagt er. „Wenn du remote auf der Verkaufsseite arbeitest, lassen sie dich richtig ackern. Bei uns arbeitest du direkt für den Endkunden.“

Die einzigen, die auf der Fintalent-Plattform nicht wirklich willkommen zu sein scheinen, sind Managing Directors aus Banken oder Boutiquen. Güven sagt, dass diese meist ihre eigenen Boutiquen gründen wollen. „Kleine Boutiquen sind für uns eher eine Konkurrenz“, erklärt er, „denn die wollen billige Analysten und legen weniger Wert auf Qualität als wir.“

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