Komplexe Geschäftsprozesse mit smarter Technologie verknüpfen

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Komplexe Geschäftsprozesse mit smarter Technologie verknüpfen

Stefan Rottenbücher ist Senior Manager im Bereich Accounting & Process Advisory bei KPMG. Der gebürtige Österreicher war nach dem Studium in der Bilanzierung bei der STRABAG tätig und kam 2014 zu KPMG. Vom Standort München aus hilft er Unternehmen dabei, ihre Prozesse besser – und vor allem: smarter – zu gestalten. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen IT, Prozess- und Organisationsberatung und berät unterschiedlichste Kunden, vom internationalen Konzern bis zum Start-up. Die Corona-Pandemie hat seinen Berufsalltag radikal verändert. Im Gespräch mit eFinancialCareers erzählt er, wie seine Arbeitstage aktuell aussehen und was ihn an seiner Arbeit begeistert.

Du beschäftigst Dich Tag für Tag mit IT-Themen. Warst Du früher ein „Computerkind“?

Nein, ganz und gar nicht. Stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und zu programmieren – das wäre nichts für mich. Mich fasziniert etwas anderes, nämlich das Zusammenspiel von IT und Geschäftsprozessen. Wenn wir das Rechnungswesen in einem Unternehmen anschauen, dann gibt es da viele Prozesse und Prozessvarianten, sodass oft keiner mehr den Überblick hat. Genau hier setzen wir an, bringen Licht ins Dunkel und überlegen, wie wir Technologie nutzen können, um Prozesse effektiver oder effizienter zu machen.

Also das, was IT-Dienstleister machen?

Ja, wir haben ein ähnliches Angebot wie System-Implementierer, aber KPMG denkt sehr viel größer und überzeugt neben technischer Kompetenz vor allem auch durch fachliches Know-how in verschiedensten Disziplinen wie Accounting und Controlling, aber auch Einkauf, Vertrieb, HR, etc. Unser Kerngeschäft sind aber nach wie vor die Wirtschaftsprüfung und die Accounting-Beratung. Als ich 2014 als Berater bei KPMG angefangen habe, lief unser Bereich noch unter dem Titel „Finance Advisory“. Da ging es um klassische Accounting-Projekte, zum Beispiel um die Frage, wie ein Geschäftsmodell bilanziell gewürdigt wird. Das hat sich allerdings neben der fachlichen Accounting-Beratung immer mehr in Richtung Prozess- und Technologieberatung entwickelt und läuft heute unter der Solution „Accounting & Process Advisory“. Wir haben deutschlandweit 300 Beschäftigte, 80 davon hier in München.

Das klingt nach klassischer Unternehmensberatung …

… ja, und genauso ist es. Montags früh zum Kunden, vier Tage im Hotel, freitags zurück ins Büro. Im März 2020 hat sich dann alles verändert. Vom einen Tag auf den anderen saß ich Montagmorgens nicht mehr in der S-Bahn zum Flughafen, sondern habe mich im Home Working wiedergefunden. Das war im ersten Moment schon eine Umstellung für uns. Wir sind es gewohnt, beim Kunden vor Ort zu arbeiten, uns eng abzustimmen, auch mal gemeinsam in die Kantine zu gehen. Und wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen normalerweise den ganzen Tag um uns, sind ständig im Gespräch und kriegen mit, wer gerade was macht. Das alles läuft jetzt komplett virtuell. Aber auch das klappt gut und wir haben neue Wege der (hybriden) Zusammenarbeit gefunden.

Wird das so bleiben?

Aktuell ja – ich bin immer wieder tageweise beim Kunden und arbeite ansonsten im KPMG-Büro in München. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten nach wie vor remote. Die Zukunft wird, was das angeht, vermutlich hybrid bleiben.

Welche Themen beschäftigen Dich zurzeit?

Digitalisierung, Automatisierung, der Einsatz von KI – all diese Schlagworte werden in meinem Berufsalltag mit Leben gefüllt. Wir begleiten Unternehmen dabei, ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren, wir zeigen auf, welche Tools eingesetzt werden können und betreuen deren Einführung. Ein Riesen-Thema ist auch die Umstellung auf SAP S/4HANA. Denn: SAP ist bei sehr vielen Unternehmen in der DACH-Region als Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Lösung im Einsatz – und alle müssen bis 2030 auf SAP 4/SHANA umsteigen. Hier gibt es einen großen Bedarf an Unterstützung.

Und außerhalb von SAP?

Ich befasse mich ja intensiv mit der Frage, wie Prozesse automatisiert werden können und setze hier spezielle Tools wie beispielsweise Signavio oder Celonis ein. Dank dieser Tools kann man Prozesse visualisieren und modellieren. Oder anders gesagt: Sie machen sichtbar, wie Prozesse tatsächlich ablaufen, erlauben also sozusagen einen Blick in die „Black Box“. Beim Kunden sorgt das oft für Aha-Momente und einen großen Erkenntnisgewinn. Und dann beginne ich, Prozesse neu aufzusetzen, auch mithilfe von Data Mining und Robotics. Das kann etwa bedeuten, dass das Übertragen von Daten nicht mehr händisch gemacht werden muss, sondern von einem Roboter übernommen wird. Das spart Zeit und minimiert die Fehleranfälligkeit.

Was macht für Dich den Reiz an Deiner Arbeit aus?

Komplexe Geschäftsprozesse smarter zu machen, ist eine tolle Aufgabe. Ich kann wirklich gestalten – das macht mir großen Spaß. Und KPMG bietet mir hier viele Möglichkeiten, die Kunden sind extrem vielfältig und ich lerne unterschiedlichste Branchen und Unternehmenskulturen kennen. Ich habe mal mit einem hippen Tech Start-up zu tun und mal mit einem internationalen Konzern. Es wird nie langweilig!

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