Investmentbanking-Associate lässt 400.000 $ Jahresgehalt und 80-Stunden-Woche hinter sich und macht jetzt Memes

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Investmentbanking-Associate lässt 400.000 $ Jahresgehalt und 80-Stunden-Woche hinter sich und macht jetzt Memes

Letztes Jahr ging es überall um Meme-Aktien wie Gamestop und AMC. Aber: Reicht der Meme-Humor aus, um eine komplette Banken-Karriere zu tragen? Mark Moran, früher bei Centerview Partners, wird es möglicherweise bald wissen. Er ist seit Kurzem das öffentliche Gesicht von Litquidity, einem Instagram-Account, der „die Finanzbranche mit Memes auf Social Media satirisch begleitet“. Immer wieder scheint der Account allerdings Tipps zu wichtigen Entwicklungen zu bekommen, vor allem in Bezug auf die Gehälter von Junior-Bankern.

Moran war bekannt geworden, weil er seinen Job bei Centerview verlassen hatte, um in einer Reality-Dating-Show mit dem Namen „FBoy Island“ mitzumachen, in der er hauptsächlich mit offenem Hemd auf den Cayman Islands zu sehen war. Jetzt ist er „Head of Growth and Operations“ bei einem anonymen ehemaligen Private-Equity-Banker mit einem Instagram-Account, auf dem Screenshots aus Fernseh-Serien mit Captions à la „MD zwingt mich zum Arbeiten am Wochenende“ versehen werden. Litquidity plant anscheinend demnächst einen Podcast mit dem Titel „Big Swinging Decks“ und führt Gespräche, um Gelder für den nächsten Joke einzuwerben.

Für Moran, der bei Centerview 2020 anscheinend 400.000 $ verdient hat (das Grundgehalt lag 2020 nur bei 125.000 $), wirkt das wie ein recht abwegiger Karriere-Move. Mit Memes lässt sich zwar Geld verdienen – Litquidity selbst verdient mit seinen aktuell 601.000 Followern 1 Mio. $ im Jahr und liegt damit in den Influencer-Vergleich ziemlich weit oben – aber klar ist, dass Moran einen deutlichen Gehaltsverzicht inkauf genommen hat.

Natürlich verlassen Leute das Banking aus verschiedensten Gründen. Laut der Wall Street Oasis survey wird bei Centerview nicht ganz so viel geackert wie bei Qatalyst oder Moelis, aber bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 75,9 Stunden pro Woche ist es verständlich, dass Mark Moran seine besten Jahre nicht in einem Konferenzraum verbringen will. Und wer weiß, vielleicht sieht er die Zeichen der Zeit klarer als wir denken?

Er scheint schon vor einer Weile beschlossen zu haben, in Richtung „new media“ zu gehen. In einem Ask me anything für Fans von F-Boy Island erklärte er, er strebe eine „Kariere im Finanzjournalismus“ an und wolle seinen Hintergrund als Banker und Anwalt gepaart mit seiner Erfahrung einbringen und hoffentlich eine Show entwickeln, die eine Brücke schlägt zwischen der traditionellen Finanzbranche an der Wall Street und den neuen „r/wallstreetbets“.

Das erinnert an den Karriereweg von Matt Levine oder Joe Wiesenthal von Bloomberg, die beide als Blogger mit einem Finance-Hintergrund begonnen haben und zu festen Größen im Journalismus geworden sind.

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