So bringt man Finance-Recruiter dazu, einen einzustellen

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So bringt man Finance-Recruiter dazu, einen einzustellen

Wer aus einem Banking-Vorstellungsgespräch ein Jobangebot mitnehmen will, sollte das Spiel mitmachen. Ein Weg zum Erfolg ist brutale Ehrlichkeit, ein anderer ist taktische Bauchpinselei – also, dass man sich als die Art von gefälligem Menschen darstellt, die alle Banken einstellen wollen.

Wenn man sich für letztere Strategie entscheidet, empfehlen Recruiter, im Gespräch die folgenden Fragen und Aussagen unterbringen.

1. „Wie kann ich zur Entwicklung des Geschäfts beitragen?“

Die idealen Bewerberinnen und Bewerber sind die, die sich fragen, was sie für den potenziellen Arbeitgeber tun können – und nicht, was dieser für sie tun kann. „Wenn das gesamte Gespräch nur um die eigene Person kreist, kommt das nicht gut an“, so ein Headhunter im Aktien-Geschäft. „Wenn Leute hingegen fragen, was sie im Unternehmen einbringen können, macht das guten Eindruck.“

2. „Mir wurde auf meiner jetzigen Position eine Beförderung angeboten, aber ich denke, dass es Zeit ist für einen Wechsel.“

Interviewer wollen nicht hören, dass man im aktuellen Job unglücklich ist. Ebenso wenig interessiert es, ob man unfair behandelt wird, dass der Vorgesetzte oder die Kollegen Idioten sind oder dass man eine Pause einlegen will, bevor man die tolle neue Aufgabe annimmt.

„Bewerberinnen und Bewerber sollten davon absehen, übermäßig negativ über den aktuellen Arbeitgeber zu reden“, sagt ein Headhunter in London. „Stattdessen sollte man darüber sprechen, was für einen positiven Impact man beim aktuellen Arbeitgeber hat und erklären, dass von einem Wechsel sowohl die eigene Karriere als auch der neue Arbeitgeber profitieren würden.“

3. „Ich überlasse das Verhandeln gern Ihnen.“

Dieser Satz gilt für Vorab-Interviews mit Headhuntern. Recruitern ist es wichtig, dass Bewerberinnen und Bewerber die zuständigen Vorgesetzten nicht direkt kontaktieren. „Wir hatten vor Kurzem einen Bewerber, der darauf bestanden hat, den künftigen Vorgesetzten anzurufen und ihn zu bedrängen, das Jobangebot bei dessen Chef absegnen zu lassen“, erzählt ein Recruiter. „So ein Verhalten ist kontraproduktiv“, fügt er hinzu. „Bewerberinnen und Bewerber vergessen, dass Vorgesetzte sich nicht den ganzen Tag nur mit Personalthemen befassen. Wenn es ums Verhandeln geht, sollte man das besser den Headhuntern überlassen, mit ihrer Expertise in Sachen Vertragsabschluss.

4. „Ich war zum Vorstellungsgespräch bei der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Citi, aber ich habe den Eindruck, dass Sie die beste Strategie haben.“

Man muss dem Interviewer das Gefühl geben, dass er besonders ist. Und man muss zeigen, dass man begehrt ist. Und schließlich muss man darstellen, dass man das strategische Umfeld des künftigen Arbeitgebers versteht und Einblicke in die Pläne der Konkurrenz geben kann. Mit diesem Satz gelingt das alles auf einen Schlag.

5. „Ich bin sicher, dass Sie den passenden Jobtitel und das passende Hierarchie-Level in Ihrem Unternehmen für mich finden und ich überlasse gern Ihnen die Entscheidung, wo ich gut hinpasse.“

Hierachie-Ebenen sind ein Problem für Recruiter und Hiring Manager.

„Leute neigen dazu, eine recht fixe Meinung darüber zu haben, auf welcher Ebene sie eingestellt werden sollten“, so Andy Pringle, Managing Director beim Recruiting-Spezialisten Circle Square. „Das ist schwierig, weil manche Banken ihre Leute relativ wild befördern – da wird manchmal einem Second-Year-Analysten eine Rolle als Associate angeboten. Diese ‚falschen‘ Associates bestehen dann darauf, den Jobtitel weiter zu behalten, auch wenn keine andere Bank sie auf diesem Level einstellen würde.“

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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