So hat die Deutsche Bank ihr europäisches M&A-Team neu aufgestellt

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So hat die Deutsche Bank ihr europäisches M&A-Team neu aufgestellt

Für M&A-Banker bei der Deutschen Bank waren die 2000-er-Jahre eine komplett andere Zeit. In den friedvollen Jahren vor dem Einbrechen der Finanzkrise war die M&A-Division der Deutschen Bank europaweit eine der besten. Dann aber setzte der Verfall ein und scheint bis heute ein Problem zu sein.

In den frühen 2000-ern war die Deutsche Bank bei europäischen M&A-Deals regelmäßig unter den TOP-6 oder TOP-7 zu finden. Seit 2018 lag sie allerdings stets auf Platz 10 oder noch weiter hinten. Im laufenden Jahr steht die Deutsche Bank laut Angaben von Dealogic auf Platz 14 – so schlecht wie kaum jemals zuvor.

Das ist deswegen wichtig, weil die Deutsche Bank nach der Aufgabe ihres Equity-Sales- und Tradinggeschäfts noch stärker darauf angewiesen ist, dass ihre M&A-Banker die Abhängigkeit der Bank vom Fixed Income Sales and Trading aufbrechen (hier ist vor allem das Credit Trading Team unter Chetankumar Shah in Singapur zu nennen). Die globalen M&A-Umsätze der Bank sind im laufenden Jahr um 77 Prozent gestiegen – nicht schlecht im Vergleich zu Citi (plus 57 Prozent) und Bank of America (plus 36 Prozent), der Zuwachs ist aber immer noch kleiner als etwa bei Goldman Sachs, J.P. Morgan, Barclays und UBS.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Deutsche Bank immer wieder teure Rainmaker geholt hat, die nicht geliefert haben und die schnell wieder weg waren. Alasdair Warren, der 2015 als neuer Head of Investmentbanking EMEA von Goldman Sachs abgeworben wurde – dem Vernehmen nach mithilfe von großen, mehrjährigen Bonui – blieb nur drei Jahre. Warren schien kaum etwas zu bewegen und betätigte sich nach seinem Weggang als Unterhaltungs-Mogul in Dorset. Während seiner Amtszeit holte Warren diverse ehemalige Kollegen von Goldman Sachs. Einer davon war Robin Rousseau, der im Juni 2017 als Head of European M&A eingestiegen war und letztes Jahr zu Citi gegangen ist. 

Nachdem die von Extern geholten Leute weg waren, setzte die Deutsche Bank auf Sicherheit und legte die Führung des Teams letztes Jahr in die Hände von zwei loyalen Deutschen. Berthold Fürst und Patrick Frowein übernahmen im Juni 2020 als Co-Heads die Investmentbanking Coverage EMEA. Fürst hatte zuvor das deutsche Firmenkundengeschäft geleitet, Fowein hatte das M&A-Geschäft für den deutschsprachigen Raum verantwortet. Die Personalien weckten den Anschein, als wolle Frankfurt durchgreifen.

Unter den neuen Chefs hat die Deutsche Bank 2021 ihr europäisches Geschäft neu aufgestellt. In den letzten zehn Monaten wurden zwölf Führungskräfte eingestellt, vor allem in London. Unter ihnen: Daniel Ross (im Mai von Barclays als Head of Investmentbanking Coverage für UK und Irland geholt), Stephane Gruffat (im August von der Creidt Suisse als Co-Head of European ECM geholt), Oliver Ives (im März von Ondra Partners als MD geholt), Michael Longoni (seit Oktober Vice Chairman of European TMT), außerdem Ed McBride (vormals Citi) und Derek Shakespeare (im Oktober von Barclays geholt als Chairman of UK M&A).

2021 hat die Deutsche Bank außerdem MDs im Bereich TMT in Israel und Frankfurt eingestellt, weiterhin einen neuen Head of Capital Markets in Dubai und einen neuen Head of MENA Coverage Banking in Person von Saad Benani, ehemals Credit Suisse. 

Jetzt ist die Frage, ob jemand der Neueinsteiger etwas bewegen wird. Neue M&A-MDs zu holen, ist kostspielig. Sie prominent einzubetten, braucht Zeit – und genau die ist angesichts des aktuellen M&A-Booms bei der Deutschen Bank nicht vorhanden. Und: Das Fixed Income Trading, das das Investmentbanking am Laufen hält, taumelt bereits.

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