Welchen Nachnamen muss man haben, um einen Job im Investmentbanking zu bekommen?

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Welchen Nachnamen muss man haben, um einen Job im Investmentbanking zu bekommen?

Cineasten werden sich erinnern: Der Name, der im Filmklassiker „Goldman Sachs at 150“ eine prägende Rolle spielt, lautet weder Goldman, noch Sachs, sondern Sidney Weinberg. Der berühmt-berüchtigte Senior Partner hat das Unternehmen von 1930 bis 1969 geführt. Angefangen hatte er als Gehilfe des Hausmeisters, wo es seine Aufgabe war, die Hüte der Banker aufzubürsten – später rettete er Goldman Sachs vor den Folgen der großen Depression, gewann den IPO von Ford Motor und begleitete die Kriegs-Produktion. Mehr als jeder andere prägte Sidney Weinberg die Unternehmenskultur.

Zählt man die Jahre von John L Weinberg als Chair des Managing Committee (von 1976 bis 1990) hinzu, dann wurde Goldman Sachs rund ein Drittel seines Bestehens von Mitgliedern der Familie Weinberg gelenkt. Und es hätte sogar länger sein können, hätte nicht Peter Weinberg nach 20 Jahren seinen Hut genommen, um Perella Weinberg mitzugründen.

Es ist also verständlich, dass John Weinberg, Sohn von John L. Weinberg, Enkel von Sidney Weinberg und Cousin von Peter Weinberg, als „Wall Street Royalty“ bezeichnet wurde, als er bei Evercore nach dem Abtreten von Ralph Schlosstein als alleiniger CEO übernahm. Er war vor sechs Jahren abgeworben worden (von Goldman Sachs) und war als Nachfolger gesetzt. Dieser spezielle Dynastien-Übergang sagt – ohne irgendwelche Verleumdungen tätigen zu wollen – einiges darüber aus, wie die Bankenbranche funktioniert.

Schwellenländer werden oft als stabile Demokratien betrachtet, wenn zwei Machtwechsel infolge friedlich verlaufen sind – und so ähnlich gilt das auch für Boutique-Investmentbanken. Einigen gelingt es, die Übergabe vom Gründer an den auserwählten Nachfolger elegant zu meistern, aber nur wenigen glückt auch der zweite Schritt. Der Grund ist, dass es in der M&A-Beratung – mehr als in jedem anderen Bereich des Investmentbankings – um persönliche Beziehungen geht.

Und aus diesem Grund gibt es Dinge wie die sogenannte „Wall Street Royalty“. Um einen CEO von einem Deal zu überzeugen, braucht es Talent, Intelligenz, Umtriebigkeit und emotionale Intelligenz. Aber um diese Eigenschaften überhaupt einbringen zu können, muss auch jemand ans Telefon gehen, wenn man anruft. Und das wiederum ist wahrscheinlicher, wenn der Anruf von jemandem kommt, der Mitglied einer berühmten Familie ist.

Wer nicht das Glück hat, in eine solche Dynastie hineingeboren worden zu sein, muss also andere Wege finden, damit sich die Türen öffnen (oder aber seinen Nachnamen ändern). Manchen gelingt es, indem sie bei guten Chefs arbeiten, anderen durch politische Verbindungen und wieder andere haben einfach Glück. Schlussendlich hängt aber alles davon ab, was man tut, wenn man Zugang erhalten hat. Bisher scheinen alle Weinbergs im Banking ihrem Familiennamen Ehre eingebracht und ihm keine Schande gemacht.

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