2021: Front-Office-Hiring bei Investmentbanken geht durch die Decke

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2021: Front-Office-Hiring bei Investmentbanken geht durch die Decke

Wer genau hinsieht, dem ist die Einstellungspolitik bei Investmentbanken dieses Jahr vielleicht merkwürdig vorgekommen. Nach Jahren von Personalabbau und Einsparungen bei teuren Ertragsbringern wurde bei Banken wieder eingestellt. Das Hiring in den Supportfunktionen wurde allerdings gleichzeitig stark zurückgefahren.

Deutlich wird die Entwicklung bei der Deutschen Bank, die die Zahl ihrer Beschäftigten im im Front Office und im Middle und Back Office ihres Investmentbankings dankenswerterweise aufschlüsselt. Die Deutsche Bank hat ihre Gewinnstärke wieder zurückerobert und die die Zahl der Mitarbeiter im Front Office ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 gegenüber 2020 um 4 Prozent gestiegen – indes ist die Zahl der Beschäftigten im Back und Middle Office bei der Deutschen Bank im gleichen Zeitraum um 8 Prozent zurückgegangen.

Der Trend spiegelt sich auch in den Daten von eFinancialCareers wider. Wie die Tabelle unten zeigt, fallen die Bereiche, in denen in diesem Jahr keine neuen Mitarbeiter eingestellt wurden, alle ins Back- und Middle-Office. Die Sektoren, in denen die Zahl der Neueinstellungen eindeutig gestiegen sind, sind alle im Front Office.

Was vielleicht überrascht ist, dass allgemeine Trading-Stellen über alle Produktkategorien hinweg am stärksten zugelegt haben. Wahrscheinlich gibt es hier einige Überschneidungen mit dem Stellenausbau bei Hedgefonds, FX und Equities und es ist davon auszugehen, dass viele dieser Jobs eher im elektronischen als im Touch-Trading angesiedelt sind. Multi-Strategy-Hedgefonds haben das Boom-Jahr 2020 zum Anlass für Neueinstellungen genommen und der Aktienhandel konnte 2021 punkten (und zwar ungeachtet der Verluste im Zusammenhang mit Archegos im Prime-Broking). Sowohl Bank of America als auch Goldman Sachs haben bei der Bekanntgabe ihrer Q3-Ergebnisse die Stärke ihrer Devisenhandelsgeschäfte betont.

Die Zahl, die in der Tabelle unten am wenigsten überrascht, ist das Plus von 54 Prozent bei Investmentbanking- und M&A-Stellenausschreibungen, die in den letzten zwölf Monaten bei eFinancialCareers veröffentlicht wurden. Das Dealgeschäft und IPOs boomen und Banken haben sich regelrecht darin überschlagen, ihre Abwicklungskapazitäten im unteren Bereich und die Zahl der Neugeschäfts-Leute ganz oben aufzustocken. Im Oktober hatte Citi-CEO Jane Fraser erklärt, dass die Bank bis 2021 200 weitere Senior- Banker für „High-Growth-Bereiche“ wie Technologie, Gesundheitswesen, Fintech und Finanzsponsoring an Bord holen will. Der neue Chef der Investmentbank der Credit Suisse, Christian Meissner, sagte, die Bank habe 1.200 Mitarbeiter in allen Abteilungen eingestellt, darunter 45 Dealmaker in Schlüsselmärkten.

Während im Front Office neue Stellen entstehen, wird im Middle und Back Office streng auf die Kosten geschaut. Unsere Zahlen zeigen, dass das Hiring in den Bereichen Operations, Risik und Compliance dieses Jahr am stärksten zurückgegangen sind – alles Bereiche, in denen Banken versuchen, so viel wie möglich zu automatisieren. Überraschenderweise ging die Zahl der Neueinstellungen auch im Tech-Bereich zurück – es wird versucht, die Ausgaben für Technologie in den Griff zu bekommen.

Trotz der vielen Neueinstellungen ist die Zahl der Beschäftigten nicht wesentlich gestiegen. Aus Daten des Banken-Branchendienstes „Coalition“ geht hervor, dass die Gesamtzahl der Mitarbeiter im FX- und Aktienmarkt in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben ist, während die Zahl der Beschäftigten im Investmentbanking nur um 1,5 Prozent nach oben gegangen ist. Immer wieder gibt es Leute, die ihre neuen Jobs schneller verlassen als Banken sie einstellen können, etwa wenn man sich das Feld der Analysten- und Associatestellen bei führenden Investmentbanken anschaut.

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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