Wieder blamiert sich ein schlafloser Banker an Bord eines Flugzeugs

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Wieder blamiert sich ein schlafloser Banker an Bord eines Flugzeugs

Lange Flüge gehören zu den schlimmsten Dingen im Investmentbanking. Wen man binnen kurzer Zeit mehrere davon hinter sich bringen muss – eine IPO-Roadshow oder ein Fundraising kann dazu führen, dass man innerhalb einer Woche Meetings in New York, Los Angeles, Mailand, Abu Dhabi und London hat – kann der damit einhergehende Schlafmangel irgendwann zur Folter werden. Neulingen wird von älteren Semestern mitunter geraten, dass das Geheimnis davon, in der Business Class schlafen zu können, „ein paar Gläser Wein und eine Ambien-Tablette“ sei. Ein guter Rat ist das nicht.

Schlaftabletten und Alkohol sind keine gute Kombination und können zu einem Phänomen führen, das als Ambien Zombie-Effekt bezeichnet wird: Man führt sich seltsam auf, kann sich später aber kaum oder nicht mehr daran erinnern. Das hat nun auch der Banker William Clegg erlebt – aus den Gerichtsprotokollen geht nicht hervor, bei welcher Bank er gearbeitet hat und ein gleichnamiges LinkedIn-Profil ist vor Kurzem gelöscht worden.

Der 31-jährige Clegg litt unter Schlafstörungen, war mutmaßlich Epileptiker und kam ohnehin nur auf vier bis sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Wenige Tage bevor er in San Jose seinen Rückflug antrat, waren ihm von einem amerikanischen Arzt Tabletten verschrieben worden, die ihm nicht vertraut waren. Die Tabletten, gepaart mit etwas Rotwein und Baileys, führten dazu, dass er Schokoriegel um sich warf, auf 11.600 Metern Flughöhe „raus zu meinen Freunden“ gehen wollte und – weniger lustig – dem Flugpersonal, das sich um ihn kümmern wollte, mehrfach Kopfstöße verpasste. Mitreisende Business-Class-Passagiere waren verärgert. Der Fall ist vor Gericht anhängig.

Mit Blick auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit, kann sich William Clegg damit trösten, dass dies nicht notwendigerweise sein Karriereende bedeuten muss. So war etwa Tom Cribb von Citigroup dafür verurteilt worden, sich betrunken mit Grenz-Offizieren in Sydney angelegt zu haben und hatte die Bank kurz später verlassen – aber er ist aktuell Chief Business Officer bei einem Auto-Leasing-Unternehmen, das nicht schlecht aussieht. Nicht bei allen geht es aus wie bei Gerard Finneran, dem Emerging-Market-Debt-Spezialisten bei Citi, der leider in die Geschichte eingegangen ist – und zwar nicht wegen seiner Deals in Argentinien, sondern als schlimmster Passagier in der Geschichte der „Air Rage“.

Das Geheimnis für den Erfolg im Investmentbanking hängt überraschenderweise in nicht unerheblichem Maße davon ab, wie gut man mit Schlafmangel zurechtkommt. Wer auf langen Flügen kleine Helferchen braucht, sollte vielleicht nach Karrieremöglichkeiten suchen, bei denen – in Nicht-Covid-Zeiten – weniger Langstrecken-Geschäftsreisen anfallen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, empfiehlt es sich, nur Tabletten zu nehmen, die man kennt. Wenn Alkohol, dann in Maßen. Am sichersten fährt man wohl, wenn der Arbeitgeber einem als Teil des neusten „Wellbeing-Pakets“ für Beschäftigte Zugang zu einer Meditationsapp gibt.

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