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Zwei Worte, die Tradern in Londoner Banken Angst machen

Ende 2021 fragten wir bei Banken in London nach, ob sie ihren Umzug in die Europäische Union abgeschlossen hätten. Die Antwort lautete: „Ja, weitgehend.“ Das Fazit war, dass der Umzug „so gut wie“ oder komplett abgeschlossen war. Damals schien das schon etwas unwahrscheinlich. Jetzt im Januar erweisen sich die Aussagen recht deutlich als Wunschdenken.

In einem langen Artikel stellt die Financial Times Überlegungen dahingehend an, dass die Brexit-bedingten Job-Verlagerungen im Bankenbereich gar nicht stattfinden. Wie in unserem Forecast für 2022 beschrieben, könnten Banken annehmen, dass sie mit ihren Personalverlagerungen durch sind – die Behörden sehen das allerdings anders.

Nach Angaben von Headhuntern hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) in den letzten Jahren ihr Aufsichtsteam aufgestockt. Die größer gewordene Gruppe hat sich nun daran gemacht, den Status Quo infrage zu stellen. Seit dem Brexit haben Banken tatsächlich Personal aus London abgezogen, aber unter den Jobs waren eher Sales-Leute mit Kundenkontakt als Trader. Durch sogenannte „back-to-back“-Tradingmethoden, bei denen Transaktionen in der EU in London dupliziert werden, findet die Risikoverwaltung in London statt – und so konnten Banken ihr Trading de facto weiter aus UK heraus betreiben.

2022 könnten die europäischen Behörden diesem Vorgehen einen Riegel vorschieben. Die Financial Times schreibt, dass die Behörden aktuell Banken dazu zwingen, ein sogenanntes „Desk Mapping“ durchzuführen – und diese zwei Worte könnten für Trader das Ende ihrer Zeit in London heraufbeschwören. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat lange zu verstehen gegeben, dass sie „back-to-back“-Trading in gewissem Ausmaß toleriert, aber nicht, wenn damit einhergeht, dass die EU-Büros der Banken „leere Hüllen“ sind, in denen „die Risiken, die sie generieren, nicht substanziell identifiziert und verwaltet werden können“. Das „Desk Mapping“ soll hier nun Licht ins Dunkel bringen – und zwischenzeitlich gibt es bereits Anzeichen dafür, dass Banken ihre lokalen Trading-Infrastrukturen ausbauen. So hat etwa Goldman Sachs einen Senior Trading-Anwalt von der Deutschen Bank in Frankfurt abgeworben.

Auch wenn infolge der EBA-Bemühungen keine Stellen aus London abgezogen werden, dürfte 2022 in der EU deutlich mehr Personal gesucht werden. So schreibt die Financial Times, dass das Büro von J.P. Morgan in Paris dieses Jahr von 250 auf 800 Mitarbeitende wachsen soll…

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin mit Sitz

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