Der höchstbezahlteste Banker bei Goldman Sachs

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Der höchstbezahlteste Banker bei Goldman Sachs

Der höchstbezahlteste Mitarbeiter bei Goldman Sachs ist nicht CEO David Solomon, ebenso wenig ist es Ashok Varadhan, globaler Co-Head der Markets Division. Tatsächlich handelt es sich um einen Engländer, der nicht an einer Elite-Uni studiert hat und seine Berufslaufbahn im Middle Office begonnen hat.

Julian Salisbury war 1998 von KPMG zu Goldman Sachs gewechselt, hatte zuvor an der Loughborough University Sportwissenschaften auf Bachelor studiert und einen Master in Biomechanics gemacht. Er hätte es in der Nischensportart des „Canoe Slaloms“ zum Profi bringen können, aber laut einem Portrait in Business Insider, hatte Salisbury damals keine Lust, „die nächsten drei bis fünf Jahre in einem Van an den Flüssen in Wales, Scotland und den Alpen zu leben“ und hat sich „stattdessen einen richtigen Job gesucht“.

Mittlerweile ist der typisch-englisch zurückhaltende Mann Global Head des Asset Managements bei Goldman Sachs. Er ist seit 23 Jahren bei Goldman Sachs und hat den Ruf, diskret zu sein und eine Reihe von erfolgreichen Investments getätigt zu haben. Sein Beispiel zeigt, dass man durchaus im Middle Office einsteigen und sich dann hocharbeiten kann. Auf seiner ersten Stelle musste Salisbury laut Business Insider Unterschriften auf ausgedruckten Trading Slips zuordnen. Bei dieser Aufgabe habe er, so wwird berichtet, seine Programmierkenntnisse eingesetzt und konnte so sein gesamtes Tagespensum in gerade einmal 30 Minuten bewältigen.

Mittlerweile verdient Salisbury über 35 Mio. Dollar. Partner bei Goldman Sachs bleiben oft nicht lange, er allerdings ist seit 2008 als Partner dabei. Nach der Automatisierung der Unterschriften-Zuordnung folgte eine Station als Researcher an einem High Yield Bond Desk, dann ging es ans „Distressed Desk“, aus dem dann die „Special Situations Trading Group“ hervorging und schließlich verantwortete er das Asset Management. Er lebt in einem Apartment an der Upper East Side in Manhattan und spricht mit amerikanischem Akzent.

Nicht nur Salisburys Karrierepfad ist besonders. Er scheint außerdem ein Meister darin zu sein, die komplexen Machtspiele bei Goldman Sachs gut für sich zu nutzen und außerhalb der Schusslinie zu bleiben. Ehemalige Mitstreiter wie Sumit Rajpal und Andrew Wolff, die anfangs gemeinsam mit Salisbury das Privatinvestment bei Goldman Sachs betreut haben, haben die Bank letztes Jahr verlassen – Business Insider spricht in diesem Zusammenhang von einer „Wolke der Böswilligkeit“ gegenüber ihrem früheren Kollegen. Bei einem Meeting habe Rajpal Berichten zufolge mehrfach beklagt, dass Salisbury die gesamte Karaffe Wasser allein getrunken und ihm nichts abgegeben habe. Salisbury, der ‚nicht laut wird‘, habe ‚einfach nur gegrinst und weitergemacht‘.

Salisburys Teflon-Manier könnte einer der Gründe dafür sein, warum er trotz möglicher Kontroversen am Rande aufsteigen konnte. Zu letztgenannten gehören seine Beziehungen zu Oleg Tinkov, einem russischen Milliardär, den er kennengelernt hat, als er zwei Jahre in Moskau war um das russische „Special Situations Team“ für Goldman Sachs aufzubauen. Tinkov war später wegen Steuerbetrug in den USA zu einer Strafe von 500 Mio. Dollar verurteilt worden. Salisburys Frau kommt aus Belarus. Beide sind 2008 zurück nach London gezogen und dann 2013 nach New York…

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