Welche Stühle bei der Credit Suisse am meisten wackeln

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Welche Stühle bei der Credit Suisse am meisten wackeln

Wusste David Miller, was da kommen würde? Jetzt, wo die Credit Suisse in einem Trading Update warnt, dass ihre Investmentbank – und das gesamte Unternehmen – im zweiten Quartal 2022 Verluste machen wird, wirkt Millers überschwängliche Ankündigung von gestern, dass die Credit Suisse „wieder da“ sei und man 40 Managing Directors dazu holen wolle, haarsträubend und in höchstem Maße unwissend.

Da Miller bei Credit Suisse Global Head of Capital Markets and Investmentbanking ist, gehen wir davon aus, dass er wusste, was los war, seine optimistische Message aber dennoch abgesetzt hat. Dies könnte daran liegen, dass in dem Trading Update/der Gewinnwarnung von heute von „robusten“ Beratungseinnahmen in seinem Bereich die Rede ist, auch wenn „niedrige Kapitalemissionen“ seinen Bankern in den Bereichen Equity Capital Markets und Debt Capital Markets zu schaffen machten.

Die Credit Suisse wird die Auswirkungen ihrer Gewinnwarnung auf einem Investor Day am 28. Juni näher erläutern. Allerdings kündigt sie schon jetzt tiefgreifende Kostensenkungen an. In der heutigen Ankündigung ist zu lesen, man werde die „Kostensenkungsinitiativen unternehmensweit beschleunigen, um ab 2023 maximale Einsparungen zu erzielen“.

Wenn Miller immer noch 40 Managing Directors in den Bereichen Healthcare, Technology und M&A neu an Bord holen will, wo finden dann die Einsparungen statt? Hier lohnt ein Blick auf eine Grafik der europäischen Banking-Analysten von J.P. Morgan aus dem vergangenen Jahr. Sie zeigt die Synergien zwischen dem Wealth Management (WM) und den verschiedenen Bereichen der Investmentbank der Credit Suisse sowie deren Kapitaleinsatz und Rentabilität auf. Millers Bereich (die Investmentbanking-Division/IBD) sieht sicher aus. Die Bereiche am unteren Rand des Schaubilds sind es nicht.

Da die Rentabilitäts- und Kapitaleinsatzschätzungen in der Grafik aus dem Jahr 2014 stammen, dürfte sich einiges geändert haben. Vor allem das Securitisation- und Credit-Trading-Geschäft der Credit Suisse ist nicht mehr das, was es einmal war. Den gesamten Mai über kam es im Credit Trading Business bei der Credit Suisse zu unablässigen Kündigungen von Führungskräften – offenbar gehen auch Fachkräfte, die über Jahre hinweg aufgebaut worden waren. Viele derjenigen, die gekündigt haben, waren für die Bank wichtige Umsatzbringer. In ähnlicher Weise hat das Securitisation-Geschäft mit Mike Dryden (der zu Sixth Street geht, um ein Geschäft mit strukturierten Produkten aufzubauen) und Oliver Nisenson, der zu Blackstone gegangen ist, seine beiden wichtigsten „Rainmaker“ verloren. Es wird erwartet, dass Dryden nach Ablauf seiner sechsmonatigen Kündigungsfrist damit beginnen wird, Mitglieder seines ehemaligen Teams abzuwerben.

Unter diesen Umständen könnten die verbrieften Produkte und das Kreditgeschäft der Credit Suisse die einzigen sein, die in der untenstehenden Grafik durchgehend rote Kreuze haben. Manche bei der Credit Suisse vermuten, dass sich die Bank in den nächsten Jahren komplett aus dem Fixed Income Trading zurückziehen könnte. Das würde vielleicht zu weit gehen, aber das Prime Brokerage wurde bereits gedrosselt, und die Deutsche Bank hat 2019 gezeigt, dass das Kappen eines Bereichs auf lange Sicht strategisch sinnvoll sein kann.

Die wirkliche Gefahr für die Credit Suisse besteht nun darin, dass sich der Umsatzrückgang selbst verstärkt. Wenn der Verlust im zweiten Quartal nicht in einen Gewinn für das Gesamtjahr umgewandelt wird, riskieren die Mitarbeiter der Bank, dass es zum zweiten Mal infolge zu einem Bonus-Clawback kommt. Mit den Clawbacks hat man die Trader bereits verprellt, die im letzten Jahr vergleichsweise schlecht bezahlt wurden. Die Aussicht auf ein weiteres Jahr mit Clawbacks und schlechter Bezahlung wird die Abwanderung verstärken – und die freiwerdenden Stellen neu zu besetzen, dürfte für die Credit Suisse schwierig werden.

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