Survival: Wie man in der Finanzwelt weiter Karriere machen kann, wenn der Markt sich dreht

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Survival: Wie man in der Finanzwelt weiter Karriere machen kann, wenn der Markt sich dreht

Roy Cohen hat schon einige Wirtschaftszyklen miterlebt. Als Vice President an der Wall Street war er beim Börsencrash von 1987 dabei. Er hat LTCM und die Asienkrise erlebt. Im Jahr 2008 war er Karrierecoach bei Goldman Sachs in New York City. Wenn man das, was im vierten Quartal 2022 kommen könnte, überleben möchte, dann ist Cohen der, den man fragen sollte.

Sein Erfolgsrezept fürs Survival? Sei vorbereitet. „Wenn es aufs Jahresende zugeht und du Tag und Nacht darüber nachdenkst, wie du deinen Job behalten und befördert werden kannst, dann viel Glück“, sagt Cohen. „Du musst dir mit der Zeit einen Ruf erarbeiten und ein Netzwerk aufbauen.“

Wenn die Banken nach dem Labor Day Stellen streichen, wie Ken Moelis vorhersagt, dann rät Cohen dazu, jetzt schon zu überlegen, welche Faktoren einem das Genick brechen könnten. Man sollte sich damit nicht an HR wenden, denn er sagt, dass man dort keine ehrlichen Antworten bekommen wird. Man sollte Kollegen und Vorgesetze fragen –Menschen, für die man arbeitet und die für einen arbeiten. „Du musst eine klare Botschaft aussenden“, rät Cohen, „und zwar: ich liebe, was ich tue, ich bin dem Erfolg verpflichtet und ich möchte meine Stelle behalten. Haben Sie irgendwelche Empfehlungen, was ich tun kann, um mich weiterzuentwickeln?“

Wie wir auch in der Vergangenheit immer wieder berichtet haben, halten sich Führungskräfte im Bankwesen nicht damit zurück, ihre Leistungen an die große Glocke zu hängen. Managing Directors bei Goldman Sachs haben seit jeher kein Problem damit, sich selbst mit Superlativen zu rühmen. Wenn andere sich selbst als „außergewöhnlich“ bezeichnen, möchtest du selbst natürlich auch nicht nur als „gut“ gelten. Lege jetzt den Grundstein dafür.

Was man außerdem im Vorfeld schon bereinigen sollte, sind die eigenen Ausgaben. Ein Finanzberater, der zehn Jahre lang als Trader für US-amerikanische und europäische Investmentbanken gearbeitet hat, sagt, dass es entscheidend sei, die eigenen Ausgaben in den Griff zu bekommen. „Der größte Fehler, den Leute im Banking machen, ist davon auszugehen, dass das eigene Einkommen exponentiell wachsen wird“, sagt er uns. „Sie fangen an mit einem Einkommen von 100.000 Pfund, das innerhalb von zehn Jahren auf 1 Million Pfund ansteigt – und entsprechend wachsen auch die persönlichen Ausgaben. Dann geraten sie in eine äußerst schwierige Lage, wenn sie gekündigt werden.“

Gewöhnen Sie sich nicht an hohe Lebenshaltungskosten. „Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, Business Class zu fliegen und in Fünf-Sterne-Hotels zu übernachten, wird es extrem schwierig, wieder sparsamer zu leben“, so der zitierte Trader. „Man gewöhnt sich an den hohen Standard und kann dann nicht mehr sparen oder in die Zukunft investieren.“

Wenn du Erspartes hast, dann hast du mehr Karriereoptionen, wenn der Markt sich dreht. Als Shahzad Younas als Portfoliotrader bei Morgan Stanley war, legte er so viel er konnte auf die hohe Kante. Während seine Kollegen in Privatschulen und große Immobilien investierten, lebte Younas nach eigener Aussage bescheiden und zahlte seine Schulden ab: „Ich habe gespart, weil ich nicht sicher war, wann ich das nächste Mal wieder verdienen würde.“ Seine Ersparnisse ermöglichten es ihm, Morgan Stanley zu verlassen und Muzz zu gründen – eine muslimische Dating-Website, die von Y Combinator gebacked wird und die Younas zum Unicorn machen will.

In der Finanzbranche zu bleiben, kann auch damit einhergehen, dass man wohl überlegt in einen Bereich wechselt, der an diesem Punkt des Zyklus floriert (etwa vom Trading in den Bereich Digital Markets und dann wieder zurück ins Trading). Wer allerdings nur aufgrund der Bezahlung den Job wechselt, wird vermutlich weniger häufig auf einer Stelle landen, die langfristig gute Bezahlung und Potenzial bietet. „Wenn Sie keine Ersparnisse und sehr hohe Fixkosten haben, müssen Sie das erste Angebot annehmen, das sich Ihnen bietet“, so der Trader. „Ich kann es mir nur darum leisten, Finanzberater zu sein, weil ich finanziell unabhängig bin“, berichtet er. „Für mich ist das eine Leidenschaft und ich verdiene auch ganz gut damit, ich habe allerdings Einkommen aus angelegtem Geld, die meine Lebenshaltungskosten decken – und sogar noch darüber hinaus etwas abwerfen.“

Das sei der wahre Maßstab für beruflichen Erfolg, sagt er: „Man will das tun können, was man tun will – und wann man es tun will.“ Und das erfordert Planung.

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