Hirnverletzung bei einem Associate: Warnschuss für Trinkkultur bei den Big Four

eFC logo
Hirnverletzung bei einem Associate: Warnschuss für Trinkkultur bei den Big Four

Wer im August Urlaub hatte, hat vielleicht eine der beunruhigendsten Nachrichten des diesjährigen Sommers verpasst: Und zwar die über Michael Brockie, heute 28-jähriger Audit Manager bei PWC, der bei einem von seinem Arbeitgeber organisierten „Pub-Golf“-Event vor drei Jahren eine schlimme Kopfverletzung erlitten hatte.

Brockie hat infolge der Verletzung einen erheblichen Teil seines Gehirns verloren, leidet nach eigenen Angaben „an anhaltenden kognitiven Symptomen“ und hat jetzt Klage wegen Körperverletzung gegen PWC eingereicht. Er erklärt, sein Vorgesetzter habe „nicht angemessen für die Sicherheit der Mitarbeitenden“ gesorgt. In der Einladungs-Mail zur betreffenden Veranstaltung, die Brockies Vorgesetzer von seiner Arbeitsadresse aus verschickt habe, hätte dieser „staken Druck“ gemacht, teilzunehmen. Das Event sah den Besuch von neun Bars oder Clubs vor, in denen Getränke in möglichst wenig Schlucken konsumiert werden sollten, um eine niedrige „Punktzahl“ zu erreichen.

Brockie wurde später auf der Straße liegend aufgefunden und in ein künstliches Koma versetzt. „Die Ärzte und die Polizei kamen zu dem Schluss, dass ich gestürzt bin, mich nicht mit den Händen abgefangen habe und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen bin. Das Nächste, woran ich mich erinnere, war vier Wochen später“, sagte er acht Monate nach dem Vorfall.

Nach Brockies Unfall stellte PWC das „Pub-Golf“ ein, das zuvor sieben Jahre lang infolge stattgefunden hatte. PWC ist allerdings nicht das einzige Big Four-Unternehmen, in dem Alkoholkonsum an der Tagesordnung ist: Im August war eine Senior Auditor bei EY in Sydney ums Leben gekommen, nachdem sie nach einem abendlichen Firmenevent aus dem Bürofenster gestürzt war. Ein Junior bei KPMG in London sagt, dass kollegiales Miteinander bei seinen britischen Kollegen beim Trinken nach der Arbeit stattfinde.

Bei Junior-Bankern mag exzessiver Alkoholkonsum weniger ein Thema sein, weil viele unter der Woche schlicht keine Zeit für Rauschzustände haben. Bemerkenswert ist zudem, dass sowohl im Bank- als auch im Finanzwesen eine wachsende Zahl von Junioren keinen Alkohol trinkt. „In meinem Team wird nicht viel getrunken“, sagt ein Analyst der Deutschen Bank in London. „Es gibt nur ab und zu einen Umtrunk mit dem Team.“

Afshan Taranum, früher Mitglied des Internal Audit-Teams bei KPMG, berichtete, dass sie nie getrunken habe und während ihrer Arbeit bei den Big Four auch nicht unter Druck gesetzt worden sei, zu trinken. „Normalerweise ist es jedem selbst überlassen, ob er trinkt oder nicht“, sagt sie. „Es sind ja alle erwachsen.“ Wer frisch vor der Uni kommt, sollte vorsichtig sein.

Klicke hier, um ein Profil auf eFinancialCareers anzulegen. Werde gefunden von Unternehmen, die Top-Jobs im Bereich Financial Services und Technology anbieten.

Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)

Close