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Keine Angst: Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht.

HireVue-Befragungen im Banking: Alles, was du wissen musst

Es gibt sie schon lange, aber HireVue-Interviews lassen vielen immer noch zusammenzucken. Sie stehen im Ruf, digitale Vorstellungsgespräche zu sein. Man sitzt nicht einem Menschen gegenüber, sondern einem unpersönlichen Bildschirm, der KI-gestützt darüber entscheidet, ob man eine Runde weiterkommt.

eFinancialCareers hat mit Tom Cornell, langjähriger Organisationspsychologie-Berater bei HireVue, gesprochen, um auszuloten, was Bewerber:innen von dieser speziellen Art des Vorstellungsgesprächs zu erwarten haben.

Wird mein Gesicht per KI analysiert?

Zunächst einmal sollte man wissen, dass ein HireVue-Interview wahrscheinlich nicht das ist, was man erwartet. Die berühmt-berüchtigte Analyse der Gesichtszüge findet zum Beispiel schon seit einigen Jahren nicht mehr statt.

Was wird analysiert? „Die Sprache“, sagt Cornell, „es geht um die Worte, die die Kandidat:innen benutzen. Nichts aus dem Video“, so sagt er, nicht einmal „die Intonation der Stimme oder Lücken im Sprachfluss. Nichts davon wird bewertet.“

Weniger als 30 Prozent der durchgeführten Vorstellungsgespräche werden per KI ausgewertet – und die finale Entscheidung wird ohnehin von einem Menschen getroffen. „Es wird hauptsächlich als Priorisierungsinstrument verwendet“, so Cornell, im Prinzip geht es darum, dass dein Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch beim zuständigen Recruiter ganz oben auf dem Stapel landet.

Wenn du ein Vorstellungsgespräch hast, bei dem diese Art von Analyse durchgeführt wird, wird dir das gesagt – es handelt sich hier laut Cornell um „Interview Assessments“. Du bekommst auch gesagt, ob du von einem Menschen oder einem Programm bewertet wirst.

Du kannst frei entscheiden, wann du das Vorstellungsgespräch führen möchtest, innerhalb eines bestimmten Zeitfensters. Das heißt, man braucht sich keine Sorgen zu machen, in der Nacht vorher nicht schlafen zu können oder durch Verspätungen bei der Bahn in Bedrängnis zu kommen (es sei denn, du möchtest es).

Bei einigen Unternehmen, aber nicht bei allen, kannst du den Test sogar wiederholen, wenn du etwas vergeigt hast – Cornell sagt, HireVue rate zu „ein oder zwei Versuchen, den Test erneut aufzunehmen“. Außerdem bekomme man etwa eine Minute Zeit, um sich zu sammeln und sich eine entsprechende Antwort zurecht zu legen.

Was für Fragen werden gestellt?

Welche Art von Interviews führt HireVue also genrell durch? Laut Cornell gibt es zwei Arten: Motivationsfragen und Fragen des „fits“ – „Stellen Sie sich vor, warum diese Stelle, warum wir?“ – und relativ standardmäßige Kompetenzfragen wie „Erzählen Sie uns, wie Sie x getan haben“ oder „Stellen Sie sich vor, Sie sollen y tun“, obwohl HireVue von Letzterem abrät, weil Menschen mit neurodiversem Hintergrund sich mit so einem Format schwertun.

Cornell empfiehlt weiterhin, sich nicht nur auf allgemeine Kompetenzantworten vorzubereiten – man muss die eigenen Antworten abstimmen auf das Unternehmen und die Stelle, für die man sich bewirbt. „Bei der einen Stelle geht es vielleicht um Problemlösung und Beziehungsaufbau. Bei einer anderen werden vielleicht eher Fragen zur Teamorientierung und Lernbereitschaft gestellt“, sagt er.

„Das Wichtigste ist, wie bei jedem anderen Interview auch, die Vorbereitung... Man merkt, wenn sich jemand nicht vorbereitet hat, und man merkt, wenn jemand Zeit in die Vorbereitung auf das Gespräch investiert hat.“ Cornell betont, dass es wichtig sei, die Fragen wirklich zu beantworten und dabei zu berücksichtigen, was das einstellende Unternehmen will.

Wie entscheidet HireVue, ob du genommen wirst? Wie geht es weiter?

HireVue-Interviews stünden, so Tom Cornell, in der Regel am Anfang eines Bewerbungsverfahrens – aber nicht immer. „Verschiedene Unternehmen verwenden [HireVue] möglicherweise leicht unterschiedlich.“

HireVue gleicht deine Angaben ab mit dem Profil, das die Unternehmen für die entsprechende Stelle suchen, und legt die Prioritäten für das betreffende Unternehmen fest.

Wenn man beim Interview schlecht abschneidet, bedeutet das nicht, dass die Bewerbung abgelehnt wird, sondern eher, dass man im großen Stapel ganz unten liegt. „Es geht darum, dass Banken wissen, mit welcher der 100 Bewerbungen sie anfangen sollen – damit man das nicht nach Eingang der Bewerbung abarbeiten muss.“ Das erklärt, warum manche Bewerber:innen beklagen, dass sie Monate nach ihrem Hirevue-Interview noch keine Antwort erhalten hätten.

Du solltest damit rechnen, von den Unternehmen etwa so schnell eine Rückmeldung zu erhalten wie sonst auch. Wenn du in deinem HireVue-Interview gut abgeschnitten hast, wird man sich bei dir melden. Ob man alle Bewerber:innen gleichzeitig kontaktiert oder nicht, hängt vom Unternehmen ab.

Habe ich eine Chance?

Die Anzahl der „Empfehlungen“ von HireVue für die nächste Runde des Bewerbungsprozesses variiert ebenfalls. Cornell schätzt die Zahl auf 60 bis 75 Prozent, betont aber, dass das abhängig sei von der Stelle, auf die man sich bewirbt, und von der Phase des Interviewprozesses.

Ob du eine Rückmeldung zu deinem Interview bekommst oder nicht, hängt vom Arbeitgeber ab, allerdings empfehle HireVue allen Organisationen, mit denen es zusammenarbeitet, dringend, Bewerber:innen eine Rückmeldung zu geben.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Hab Antworten auf Kompetenzfragen parat, recherchiere den Hintergrund der Stelle, auf die du dich bewirbst und mach dir keinen Stress.

Eigentlich also dasselbe wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch.

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AUTORZeno Toulon
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