Geschäft der Headhunter kühlt sich wegen Finanzkrise deutlich ab
Trotz Finanzkrise haben die Headhunter in Deutschland im vergangenen Jahr erneut steigende Umsätze verzeichnet, zugleich hat sich das Wachstum aber abgeschwächt.
Der Umsatz der 20 führenden Firmen kletterte 2008 um 1,7 Prozent auf 335,9 (2007: 330,3) Mio. Euro, berichtet das Nachrichtenportal Consultingstar.com. In den drei Jahren zuvor hatten die Personalberater per annum aber noch zweistellig zugelegt.
Egon Zehnder International hat dessen ungeachtet die führende Stellung ausgebaut. Das Team um den neuen Deutschland-Chef Johannes Graf von Schmettow erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von 13,5 Prozent auf 66,4 Mio. Euro.
Zwei Firmen sind erheblich geschrumpft: Board Consultants International und Ising/IIC Partners (siehe unten stehende Tabelle). Mit der Krise hat dies jedoch nichts zu tun. Bei Board Consultants haben sich einige Berater aus dem Firmenverbund herausgelöst (Nicola Sievers, Thomas Wylenzek und andere). Bei Ising sind zwei Berater gestorben, ein weiterer hat sich in den Ruhestand zurückgezogen.
Diese Sondereffekte werden jedoch durch gegenläufige Ereignisse ausgeglichen, vor allem durch die Expansion der Firmen Heads (2008 Rang 4, Vorjahr Rang 5) und Lachner Aden Beyer (2008 Rang 16, Vorjahr Rang 17).
Heads hat eine ganze Reihe weiterer Consultants in seine Organisation integriert, Lachner Aden Beyer hat die Firma MZ Consulting übernommen.
Die Szene der Executive Search Consultants ist nach wie vor sehr stark zersplittert. Während die Geschäftsentwicklung im Topsegment dieses Jahr sehr gut bis zufriedenstellend verlaufen ist, haben jene Marktteilnehmer, die Mittelmanager und Fachpersonal suchen, die Krise weitaus eher und stärker zu spüren bekommen. Zumindest ließen dies selbst jene Berater durchblicken, die keine konkreten Zahlen an ConsultingStar gemeldet haben.
Die meisten Firmenchefs rechnen mit einer weiteren Abkühlung der Konjunktur im kommenden Jahr. Die Prognosen für das eigene Geschäft schwanken dabei zwischen Stagnation und einem Minus von etwa 30 (!) Prozent. Nur jene Berater, die sich im obersten Segment der Branche bewegen, sagen, dass sie weiter beim Umsatz zulegen werden.
Die 20 größten Executive-Search-Firmen in Deutschland
(Umsatz in Mio. Euro)
1. Egon Zehnder
66,4 (plus 13,5%)
2. Ray & Berndtson
30,5 (minus 5,3%)
3. Heidrick & Struggles
28,2 (plus 0,3%)
4. Heads
23,0 (9,5%)
5. Russell Reynolds
22,7 (minus 1,3%)
6. Signium
21,1 (plus 0,9%)
7. Delta/Amrop Hever
20,1 (plus 9,8%)
8. Korn Ferry
16,0 (plus/minus 0)
9. Gemini Ex. Search
15,3 (plus/minus 0)
10. Spencer Stuart
14,0 (7,7%)
11. Civitas
12,9 (minus 5,1%)
12. Board Consultants
10,6 (minus 23%)
13. Transearch
10,4 (plus 10,6%)
14. Intersearch
10,3 (plus 8,4%)
15. Heimeier
10,0 (plus/minus 0)
16. Lachner Aden Beyer
7,4 (plus 32,1)
17. Ising/IIC Partners
6,2 (minus 50,4)
18. PMC
4,9 (plus 4,2%)
19. Van Emmerich
3,5 (plus 12,9)
20. Maurice Consult
2,4 (plus 14,3%)
Quelle: www.ConsultingStar.com.