Deutsche Bank räumt ein: Wir haben zu wenig gezahlt, um gute Leute zu kriegen
Die Deutsche Bank bezahlt Mitarbeitende auf Schlüsselpersonen nicht schlecht. Die Boni für sogenannte Material Risk Takers (MRTs) sind in den letzten zwei Jahren um 60 Prozent gestiegen und lagen im vergangenen Jahr im Schnitt bei 1,8 Mio. Euro (2,1 Mio. US-Dollar) pro Kopf. Das Thema Bezahlung ist allerdings immer relativ: Zwar dürften die MRTs mit ihrer Vergütung zufrieden sein, doch bei denjenigen, die sie beaufsichtigen, sieht es anders aus.
Die Deutsche Bank erklärte gestern, dass sie die Vergütung ihrer Aufsichtsratsmitglieder nach oben korrigiert, weil die bestehende Vergütung nicht ausreichend gewesen sei, um qualifizierte Kandidat:innen zu kriegen. In einer entsprechenden Mitteilung räumte die Bank ein, dass die bisherige Vergütung „für das Gewinnen und Halten hochqualifizierter Aufsichtsratsmitglieder nicht mehr wettbewerbsfähig“ gewesen sei. Entsprechend wurde die reguläre Vergütung für Aufsichtsräte um 17 Prozent auf 350.000 Euro angehoben, die des stellvertretenden Vorsitzenden um 16 Prozent auf 550.000 Euro.
Das ist nicht wenig – insbesondere angesichts der Tatsache, dass es sich beim Aufsichtsrat um eine Teilzeittätigkeit handelt. Allerdings verweist die Bank darauf, dass die Tätigkeit mit „anspruchsvollen und vielfältigen Anforderungen“ in einem „komplexen regulatorischen Umfeld“ verbunden sei.
Möglicherweise wird dies nicht die letzte Gehaltserhöhung gewesen sein. Die bislang eher knappe Vergütung wurde Berichten zufolge erst dann zum Problem, als die Deutsche Bank versuchte, neue Aufsichtsratsmitglieder zu gewinnen – und feststellen musste, dass sich kaum geeignete Kandidat:innen finden ließen.
Wenn es nach der Bank gegangen wäre, hätte die Anpassung noch deutlich höher ausfallen können. Im Dezember letzten Jahres gab es Überlegungen, wonach die Vergütung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Alexander Wynaendtsum um mehr als 40 Prozent steigen sollte. Tatsächlich fiel die Anpassung jedoch moderater aus: Wie gestern bekannt wurde, erhielt Wynaendts lediglich ein Vergütungsplus von 21 Prozent auf 1,4 Mio. US-Dollar. Damit verdient er aber bereits jetzt mehr als jeder andere Aufsichtsratsvorsitzende bei DAX-Unternehmen.
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