Alasdair Warren verlässt Deutsche Bank

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Alasdair Warren Deutsche Bank

Die Krise bei der Deutschen Bank zeigt erste Folgen. Alasdair Warren, Head of corporate finance business für Europa, den Mittleren Osten und Afrika (EMEA) verlässt den Konzern „um andere Chancen zu verfolgen“.

Die Deutsche Bank hat den Abgang am späten gestrigen Abend ihren Mitarbeitern in einem internen Memo mitgeteilt, welches eFinancialCareers vorliegt. Laut Investment Banking-Chef Garth Ritchie wird Mark Fedorcik, der bereits das Amerikageschäft leitet, Warrens Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig werden Adam Bagshaw und Nicka Jansa zu Co-Chefs des Corporate Finance Geschäfts für EMEA ernannt. Ihre Verantwortung erstreckt sich aber nicht auf das Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich, dem auch weiterhin von Berthold Fürst und Patrick Frowein vorstehen.

Warren war erst vor drei Jahren von der Goldman Sachs zur Deutschen Bank gewechselt, wobei er angeblich einen hohen zweijährigen Garantibonus zugesagt bekam. Dieser dürfte zwischenzeitlich ausgelaufen sein.

Über Warrens Performance bei der Deutschen Bank sind diverse Gerüchte im Umlauf. Laut Insidern sei es Warren nicht gelungen, in den einschlägigen Corporate Finance-Rankings voranzukommen. Außerdem habe er eine Reihe teurer Neueinstellungen von Wettbewerbern vorgenommen. Anfang des Jahres wiederum habe der ehemalige Goldman Sachs-Partner die M&A-Mitarbeiter angewiesen, die ausufernden Reisekosten zurückzufahren, was nicht überall Begeisterung auslöste. Kritiker warfen ihm vor, dass sie von Warren zu zusätzlichen Meetings einbestellt worden waren  und dass ausgerechnet die von ihm neuangestellten Kollegen die höchsten Rechnungen vorgelegt hätten.

Nach dem Antritt des neuen Konzernchefs Christian Sewing will die Bank mehr als 7000 Stellen abbauen, wobei ein Großteil des Abbaus im Front Office bereits bis zum Juli erfolgen soll. Wie wir bereits gemeldet haben, hat die Deutsche Bank ihr Öl- und Gas-Team aufgegeben und andere Teams zusammengelegt. Die Bank will sich künftig mehr auf ihre Heimatmärkte in Deutschland und Europa konzentrieren.

Unterdessen sind die Zukunftspläne Warrens unklar. Doch vielleicht tritt er nicht sogleich eine neue Stelle bei einem anderen Finanzdienstleister an, sondern verbringt einige Zeit im südenglischen Küstenstädtchen Bridport, wo er sein eigenes Artdéco-Kino betreibt, für das er bereits 1,5 Mio. Pfund (1,7 Mio. Euro) ausgegeben haben will.

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