Wenn Boni eingerechnet werden: Analysten bei Goldman Sachs kriegen 180.000 Dollar

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Wenn Boni eingerechnet werden: Analysten bei Goldman Sachs kriegen 180.000 Dollar

Wie sorgt Goldman Sachs dafür, dass es im Investmentbanking nach den Bonus-Zahlungen nicht zu einer Massenabwanderung von Junior-Mitarbeitenden kommt? Wie sieht es bei anderen Banken aus? All das wird sich bald zeigen: Die Boni werden Ende des Monats fließen.

Bei den US-Investmentbanken und der Deutschen Bank bekommen Analysten ihre Boni zu einem anderen Zeitpunkt als Senior-Banker – bei ihnen fließen die Boni zum Jahresende. Nach Aussage von Junior-Bankern bei Goldman Sachs hat die Bank die 2020/2021-Boni für Analysten bereits bekannt gegeben, um den 27. August herum soll ausgezahlt werden. Auf die Bitte, dies zu bestätigen, wurde bei Goldman Sachs nicht reagiert.

Die Boni der Goldman-Sachs-Analysten scheinen gut, vielleicht sogar richtig gut auszufallen. Ein Junior-Mitarbeiter sagte, im Vergleich zum letzten Jahr seien sie ok – im Vergleich zu den Alternativen allerdings nicht wirklich. Im Web-Forum Wall Street Oasis behauptete ein User, der anscheinend First-Year-Analyst bei Goldman Sachs ist, er hätte 180.000 Dollar bekommen (inklusive Sign-on-Bonus sogar 190.000 Dollar) – für das erste Berufsjahr sicher nicht schlecht, auch wenn man dafür 100-Stunden pro Woche arbeiten muss.

Als Analysten bei Goldman Sachs gibt es durchaus Alternativen – etwa Boutiquen, die besser bezahlen, oder die Buy-Side. Die letztgenannte umfasst vor allem Private Equity, aber auch Hedgefonds wie Marshall Wace, ThirdPoint und Bluecrest, die in den Private-Capital-Bereich vordringen und an Nachwuchsleuten aus dem Banking zunehmend interessiert sind. Charlie Hunt von der Private-Equity-Headhunter PER erklärt, dass viele Private-Equity-Fonds sich dafür rüsten, Nachwuchsbanker von Goldman Sachs und anderen Banken abzuwerben, sobald deren Boni geflossen sind. „In den 20 Jahren, in denen ich in der Private-Equity-Branche bin, gab es kein Jahr, in dem es so gebrummt hat wie 2021“, fügt er hinzu. Ein Analyst, der 2019 bei Goldman Sachs angefangen hat und dieses Jahr auf die Buy-Side gewechselt ist, sagte, dass rund 50 Prozent der Leute, die mit ihm zusammen angefangen haben, mittlerweile gegangen sind – und es könnten dieses Jahr noch mehr werden.

Nicht nur Goldman Sachs könnte Ende dieses Monats einen Exodus von Analysten erleben. Auch bei Barclays, der Deutschen Bank und den meisten US-Banken fließen die Boni im Sommer. Ein Barclays-Analyst gab im Webforum Wall Street Oasis an, dass sich die Gesamtvergütung für Analysten im ersten Jahr auf 160.000 Dollar (Gehalt plus Bonus) summiert. Wenn man den Sign-on-Bonus und die Erstattung der Umzugskosten mit einrechnet, sind es sogar 175.000 Dollar.

Im Vorfeld der diesjährigen Bonusrunde für Analysten hatten die meisten Banken die Gehälter für ihre Nachwuchskräfte angehoben. Zu Beginn dieses Jahres bekam ein First-Year-Analyst im Investmentbanking typischerweise ein Gehalt von 85.000 Dollar. Jetzt sind es 100.000 Dollar bzw. 110.000 Dollar bei Goldman Sachs und 120.000 Dollar bei Evercore. Wenn das Gesamtpaket bei Goldman Sachs sich auf 180.000 Dollar beläuft, bedeutet dies, dass der durchschnittliche Bonus 73 Prozent des neuen Gehalts ausmacht. Das scheint mehr zu sein als im letzten Jahr – damals hatten die Boni bei Goldman Sachs in London nach Angaben von Dartmouth Partners nur bei rund 50 Prozent des Gehalts gelegen.

Wenn First-Year-Analysten bei Goldman Sachs 180.000 Dollar verdienen und 50 Wochen im Jahr 100 Stunden arbeiten (was übertrieben sein mag), entspricht das einem Verdienst von durchschnittlich 36 Dollar pro Stunde. Fragt sich, ob das jungen Bankern genug ist, um die Entbehrungen langfristig inkauf zu nehmen.

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