Wie hoch die 2024er-Boni in den einzelnen Banken sind
Unser Bonus-Expectations-Report deutet darauf hin, dass die Banker:innen nach einem erfolgreichen Jahr 2024 mit enormen Bonuserhöhungen rechnen. Dennoch lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Banker:innen erwarten die größten Zuwächse?
Es zeigt sich, dass die Beschäftigten von Citi in diesem Jahr am optimistischsten sind: Sie rechnen im Vergleich zum Vorjahr mit einer Steigerung von satten 73 Prozent. Citi hat gerade eine Umstrukturierung hinter sich, die Bank baut 20.000 Stellen ab. Dieses Jahr sind bereits rund 10.000 Stellen gestrichen wurden und es stehen noch einmal genauso viele an. Die Citi-Mitarbeitenden machen sich offenbar große Hoffnungen: Unsere letztjährige Befragung hatte ergeben, dass die Boni zwischen 2022 und 2023 um durchschnittlich 10 Prozent gesunken waren.
Am wenigsten optimistisch sind die Banker:innen in diesem Jahr bei BNP Paribas. Für das Fixed-Income-Trading-Team der französischen Bank ist das Jahr mager gelaufen: Zum einen waren die Umsätze in den ersten neun Monaten 2024 im Vergleich zu 2023 um 9,6 Prozent gesunken – stärker als bei allen Konkurrenten ähnlicher Größe. Zum anderen gab es in der bei den Führungskräften in den FICC-Teams eine Reihe an Abgängen, das Unternehmen verlor etwa den globalen Co-Head of Global Macro and Credit Trading Francisco Oliveira. Letztes Jahr erwarteten die von uns Befragten bei BNP einen Anstieg der Boni um 10 Prozent, wurden aber von einem durchschnittlichen Rückgang um fast 8 Prozent enttäuscht. In diesem Jahr haben sie ihre Erwartungen offenbar zurückgeschraubt, erwarten aber dennoch einen Anstieg der Boni.
Auch Barclays drückt auf die Kostenbremse, dennoch sind die Beschäftigten optimistisch und erwarten eine Erhöhung um 47 Prozent. Ein in London ansässiger VP im Aktien-Bereich des Unternehmens räumte ein, dass es zwar kein „Spitzenjahr“ werden wird, dass er aber erwarte, dass es „besser als das letzte Jahr“ wird, das seiner Meinung nach „furchtbar“ war.
Die Befragten, die bei JPMorgan tätig sind, geben sich im Vergleich zu den anderen Instituten nur mäßig optimistisch. Dies ist angesichts der konstant guten Leistungen der Bank überraschend, spiegelt aber auch die Stabilität und den Realismus von JPMorgan wider – die Bank schlägt in guten Zeiten nicht über die Stränge, knapst aber auch nicht die Boni, wenn es weniger gut läuft. Das Unternehmen zahlt beständig und gut.
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