Was macht man wirklich im Private Equity?
Jobtitel im Investmentbanking sind berüchtigt dafür, mehr zu verschleiern als zu erklären. Wer allerdings den Sprung ins Private Equity schafft, darf sich auf etwas klarere Verhältnisse freuen – zumindest auf den ersten Blick. Denn auch hier trügen die Bezeichnungen manchmal.
Ein aktueller Bericht der auf Infrastruktur spezialisierten Personalberatung One Search bringt etwas Licht ins Dunkel der PE-Hierarchie – und zeigt, was hinter den Titeln wirklich steckt.
Im unteren Segment – konkret auf Associate- und Vice-President-Ebene – dreht sich alles um Zahlen und Analysen. Die Grundlage jeder Transaktion ist die Datenlage, und genau darum drehen sich die Aufgaben: Financial Due Diligence, komplexe Modellierung und Unternehmensbewertungen bestimmen den Alltag. VPs leiten dabei Teams von Associates.
Der Analysten-Titel, der im Banking fast inflationär verwendet wird, ist in der PE-Welt weniger verbreitet – existiert aber durchaus. Diese Analysten werden oft im Rahmen von Summer-Internship-Programmen rekrutiert, die äußerst kompetitiv sind. So wird beispielsweise bei Blackstone auf Analystenstellen von 400 Bewerbungen nur eine:r genommen. Die Mehrheit der Nachwuchskräfte im PE wird jedoch nach einigen Jahren im Investment Banking direkt als Associate eingestellt.
Mit zunehmender Erfahrung verschiebt sich das Tätigkeitsprofil deutlich. Auf der Ebene von Managing Directors (MDs) und Partnern geht es primär um strategische Fragen. Laut One Search tragen Partner die „endgültige Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung der übergeordneten Investmentstrategie – inklusive Investor Relations (LPs), Steuerung der Deal-Pipeline sowie dem Management der Portfoliounternehmen“. Während MDs stark in die Betreuung bestehender Investoren eingebunden sind, liegt der Fokus der Partner stärker auf dem Fundraising – sprich: der Gewinnung neuer Kapitalgeber.
Die Director-Ebene nimmt eine Art Sandwich-Position zwischen VP und MD ein – sowohl was Verantwortung als auch Aufgabenbreite betrifft. Directors übernehmen zunehmend „Verantwortung für die Originierung neuer Deals, während sie parallel die operativen Investmentprozesse leiten“, so One Search. In dieser Rolle erfolgt oft auch die erstmalige Berufung in die Aufsichtsräte von Portfoliounternehmen.
Wer die Hierarchie im Investmentbanking kennt, wird sich in der PE-Struktur schnell zurechtfinden. Die Junioren liefern die Inhalte, die Seniors akquirieren neue Investoren, und das Middle Management managt die Prozesse. Die Dynamik bleibt – das Umfeld ändert sich.
Ein wesentlicher Unterschied: Die Arbeitszeiten sind in der Regel humaner als im Banking. Eine Analystin, die beim Megafond Blackstone arbeitet, berichtet, dass ihr Arbeitstag oft um 21:30 Uhr endet – ein „früher Feierabend“ im Vergleich zu ihren Ex-Kollegen im Banking. Dazu kommt: Der Arbeitsalltag in der PE-Welt gilt als vielseitiger. Die Strukturen sind schlanker, und auch Senior Professionals müssen operativ anpacken – und müssen Kompetenzen rund um Finanzierung, Unternehmensführung und Teammanagement mitbringen.
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