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Banking-MDs über Bonus-Enttäuschungen: „Zufrieden ist man nie“

Weißt du schon, wie dein Bonus für 2025 ausfällt? Ist er kleiner als erhofft? Dann – hey – willkommen im Club. Ende vergangenen Jahres haben wir unsere Community nach ihren Bonuserwartungen gefragt. Ergebnis: Gerechnet wurde mit einem Plus von 40 Prozent oder mehr. Tatsächlich lagen die Boni aber nur rund 10 Prozent höher.

Alle, bei denen der Bonus so ausfiel, sprechen von einer schlechten Bonusrunde.

„Die meisten Leute in meinem Team haben deutlich mehr Bonus bekommen, aber nicht einer von ihnen war mit seinem Bonus zufrieden“, klagt ein Trading-Desk-Chef einer großen Bank in London. „Die Leute jammern wirklich gern“, sagt er weiter. „Sie vergleichen sich mit irgendwelchen Superstars, von denen es in jeder Generation nur einen gibt, und zu glauben, ihnen stehe derselbe Betrag zu.“

Vergütungstabellen, die von europäischen Banken (und von den europäischen Ablegern US-amerikanischer Banken) veröffentlicht wurden, belegen, dass zwar viele Menschen im Banking gut bezahlt werden, einige aber geradezu astronomisch. Bei Goldman Sachs in London zum Beispiel scheint eine geheimnisvolle Gruppe von 13 Personen stets jeweils über 9,4 Millionen Dollar zu verdienen. Bei Barclays erhielten im vergangenen Jahr drei Personen mehr als 16 Millionen Dollar.

Das allerdings sind Ausreißer.

Irgendwie ist es zur Norm geworden, mit jedem geringeren Bonus Unzufriedenheit zu äußern. „Zufrieden ist man nie“, sagt ein Managing Director (MD) einer US-Bank. „Ich wäre überrascht, wenn Sie jemanden finden, der Ihnen sagt, sein Bonus sei gut gewesen.“

Unzufriedenheit als Standardhaltung kann einen zermürben. Wie der frühere Goldman-Sachs-Equity-Derivatives-MD und heutige Leadership-Coach Michael Sloyer vor zwei Jahren hier schrieb, deutet die ständige Jagd nach einem höheren Bonus auf ein fragiles Ego hin, das von äußerer Bewertung abhängig ist. Nichts wird sich je gut genug anfühlen.

Wer sich einen unterdurchschnittlichen Bonus gefallen lässt, riskiert allerdings, dass es dann künftig ähnlich läuft. „Du willst nicht als jemand gelten, der sich über jeden Bonus freut, egal wie hoch oder niedrig“, sagt der Desk-Chef. „Du musst dich schon beschweren, wenn dein Bonus durchschnittlich oder schlecht ist.“

Die grundlegende Schwierigkeit besteht daher darin, überhaupt zu beurteilen, ob dein Bonus gut ist. Das wiederum hängt davon ab, die richtigen Vergleichsmaßstäbe zu wählen. „Die Leute haben oft ein etwas verzerrtes Bild von sich selbst. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen“, bestätigt Matthias Schwarz, ehemaliger Chef des EMEA-Credit-Tradings bei der Bank of America und Gründer der Coaching-Firma Career Capital One.

Die Komplexität des Problems erklärt, warum es smart sein kann, grundsätzlich Unzufriedenheit zu äußern. Wenn du unterbezahlt wurdest, wirst du mit wenig nicht zufrieden wirken; wenn du überbezahlt wurdest, hättest du gern noch mehr akzeptiert. Wenn du korrekt bezahlt wurdest, weißt du vielleicht etwas über deine Talente, was sie nicht wissen.

MDs sagen jedoch, dass anhaltende Undankbarkeit nicht unbemerkt bleibt. „Wenn du einen guten Bonus hast, sag ‚Danke‘“, fordert Schwarz. „Wenn du dich beschwerst, obwohl dein Bonus gut ist, lässt dich das nur dumm aussehen“, bestätigt der Desk-Chef.

Sich im Bonusgespräch zu beschweren, kann ohnehin wirkungslos sein. „Es ist, als würdest du beim Fußball eine rote Karte bekommen“, sagt ein MD. „Du kannst so viel schreien und schimpfen, wie du willst, aber es wird nichts ändern, und du wirkst nur lästig.“

Schwarz sagt, der beste Ansatz sei stattdessen, einen Folgetermin zu vereinbaren, um über das „Warum und das Was“ zu sprechen – warum du im vergangenen Jahr weniger bekommen hast als erwartet und was im kommenden Jahr dagegen getan werden kann. „Es ist zwecklos, sich im Nachhinein zu beschweren“, sagt Schwarz. Du musst dich darauf konzentrieren, die Weichen zu stellen, bevor die Boni 2027 bekannt gegeben werden.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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