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Trotz Krise bleiben deutsche Banken in Luxemburg die Nummer 1

Mit 45 Einheiten sind die deutschen Institute immer noch die stärkste Bankengruppe in Luxemburg. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) gibt es im Großherzogtum 29 Tochtergesellschaften plus 16 Niederlassungen deutscher Banken, die keinen eigenen Jahresabschluss vorlegen.

Bei der Zahl der Banken in Luxemburg liegen die übrigen europäischen Staaten abgeschlagen auf einem hinteren Rang. So stammen lediglich 15 Einheiten aus Frankreich, jeweils 11 aus Italien und der Schweiz sowie 9 aus Belgien und 8 aus England. Selbst aus Luxemburg selbst stammen lediglich 5 Institute.

Doch diese Zahlen täuschen über die tatsächlichen Schwierigkeiten deutscher Institute am Standort Luxemburg hinweg. So will die Skandalbank IKB ihre Aktivitäten in Luxemburg bis 2011 einstellen.

Großes Streichkonzert bei den Landesbanken

Auch die Landesbanken ziehen sich sukzessiven aus dem Großherzogtum zurück. So stehen die Töchter der WestLB und der LBBW zum Verkauf ebenso wie Teile der HSH Nordbank. Außerdem sind kräftige Einschnitte bei den Beschäftigen beschlossene Sache. Ebenso stehen Teile der ehemaligen Sal. Oppenheim-Gruppe nach der Übernahme durch die Deutsche Bank zur Disposition.

Dementsprechend sinkt auch die kumulierte Bilanzsumme aller deutschen Banken in Luxemburg zu Ende 2009 um 13,3 Prozent auf 258,8 Mrd. Euro. "Damit hat sich die Bilanzsumme nach einem stetigen Wachstum bis zum Jahr 2006 mittlerweile wieder dem Niveau des Jahres 2000 angenähert," heißt es in der Studie.

Als Verlierer stehen wiederum die Landesbanken fest: "Der stärkste Rückgang der Bilanzsumme entfällt auf die Gruppe der Landesbanken mit einem Rückgang von insgesamt 21,2 Mrd. Euro bzw. 25,2 Prozent und die Gruppe der Großbanken mit einem Rückgang von insgesamt 12,4 Mrd. Euro bzw. 8 Prozent."

Gewinne konnten sich in 2009 kräftig erholen

Doch nach dem Desaster der Finanzkrise hat sich die Ertragslage der deutschen Institute in Luxemburg deutlich aufgehellt. Das kumulierte Jahresergebnis schnellte um 133 Prozent auf 820,4 Mio. Euro in die Höhe.

Die kräftigen Abbauaktivitäten wie z.B. bei der HSH Nordbank oder bei Sal. Oppenheim haben sich indes zu Ende 2009 noch nicht in einem niedrigeren Personalaufwand niedergeschlagen. So fielen die Ausgaben für die Beschäftigten mit 343 Mio. Euro nur 1 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Eine rühmliche Ausnahme stellt das Spitzeninstitut der deutschen Genossenschaftsbanken dar. "Innerhalb der Großbanken ist ein Anstieg des Personalaufwands zu verzeichnen, der im wesentlichen durch die DZ Bank International (+3,9 Mio.) bedingt ist," schreiben die PWC-Experten.

Gemeinsam beschäftigten alle deutschen Institute 3724 Mitarbeiter im Großherzogtum, wobei in sämtlichen Luxemburger Kreditinstituten Ende 2009 26.420 Menschen arbeiteten. An der Spitze stand die DZ Bank mit 535 Beschäftigten, gefolgt von der Dresdner Bank (365), der Deutschen Bank (352), der Dekabank (332) und der UniCredit (ehemals HVB, 308).

Die gesamte Studie können Sie hier abrufen.

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AUTORFlorian Hamann Redakteur für Deutschland & die Schweiz

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