Liste: Wen Scholz und Kukies bei Goldman und Deutscher Bank genau getroffen haben
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und die Staatssekretäre Jörg Kukies (SPD) und Wolfgang Schmidt haben sich bekanntlich mehrfach im Vorfeld der Fusionspläne mit dem Management der Deutschen Bank und Goldman Sachs getroffen. Dies geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsangeboten Fabio de Masi hervor, die eFinancialCareers vorliegt. Da die Treffen hohe Wellen geschlagen haben, veröffentlichen wir hier detailliert, wann und vor allem wen das Trio aus dem Bundesfinanzministerium getroffen haben:
Treffen von Mitgliedern der Bundesregierung mit Goldman Sachs
8. Juni 2018
Scholz nimmt an der Goldman Sachs Annual European Financials Conference teil, wie auch Richard Gnodde (Chef von Goldman Sachs International in London) und Wolfgang Fink (Co-Head Goldman Sachs Deutschland).
11. Juli 2018:
Kukies trifft sich mit Goldman Sachs. Dabei waren Gnodde, Faryar Shirzad (Global Co-Head of Government Affairs EMEA in London), Martine Doyan (Head of Government Affairs EMEA in London), Robert Charnley (Co-Head of Compliance), Christoph Brand (ehemaliger Partner von Goldman Sachs in Deutschland)
16. August 2018
Staatssekretär Schmidt trifft sich mit dem ehemaligen Goldman Sachs-Partner Brand
17. September 2019
Scholz und Kukies nehmen gemeinsam mit Gnodde und Fink an einem Roundtable von Banken teil
24. Januar 2019
Kukies trifft sich mit Gnodde
8. Februar 2019
Scholz trifft sich mit Gnodde und Fink. Letzteres ist besonders pikant, weil Fink bei Goldman Sachs in Deutschland für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen zuständig ist.
Treffen von Kukies und Scholz mit der Deutschen Bank
23. Januar 2019
Treffen von Kukies mit Deutsche Bank-Chef Christian Sewing
28. Januar
Treffen von Kukies mit Sewing
18. März
Treffen von Kukies mit Sewing (nur einen Tag, nachdem die Verhandlungen öffentlich gemacht wurden)
29. März 2019
Scholz hält eine Rede auf einem Symposium der Deutschen Bank
Missverständnisse über die Rolle von Kukies
Bei dem Medienspektakel über die Rolle des ehemaligen Goldmann Kukies bei der geplanten Fusion geht so einiges durcheinander. So wird regelmäßig geschrieben Kukies sei Chef von Goldman Sachs in Deutschland gewesen. Das stimmt so nicht. Vielmehr hat Kukies nach dem Abgang von Alexander Dibelius zusammen mit Wolfgang Fink die Geschicke der US-Investmentbank in Deutschland geleitet. Dabei war Fink u.a. für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen und Kukies für das Wertpapiergeschäft (Sales & Trading) zuständig. Damit gehörten Fusionen wie die der beiden deutschen Großbanken nicht zu seinem Metier.
Laut Medienberichten verfügt Goldman Sachs angeblich über ein „ruhendes Mandat“ bei der Commerzbank, was zumindest ein Geschmäckle hat. Goldman Sachs Deutschland wollte sich dazu nicht äußern.
Unterdessen gehen Branchenbeobachter davon aus, dass im Falle einer Fusion von Deutscher und Commerzbank sie Teile ihres Firmenkundengeschäfts an ausländische Banken wie etwa Goldman Sachs verlieren würde.
Scharfe Kritik seitens der Opposition
„Olaf Scholz und Jörg Kukies spielen gerne Pontius Pilatus, die ihre Hände in Unschuld waschen und nichts mit der Fusion von Deutscher und Commerzbank am Hut haben. Tatsächlich gaben sich Scholz und Kukies bei der Deutschen Bank die Klinke in die Hand“, kritisiert De Masi. „Eine Megabank wäre ein Systemrisiko für die Steuerzahler ohne geeignetes Geschäftsmodell und würde nur zehntausende Jobs vernichten. Dabei kommt es auch zu handfesten Interessenskonflikten, da Goldman Sachs an einer Fusion verdient und Kukies aus deren Stall kommt. Da nimmt Herr Kukies das Wort Regierungsgeschäfte allzu wörtlich. Ein Bankenchampion ist eine gefährliche Idee.“
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