Fünf Gründe, wieso dem UBS-Investment Banking ein Kahlschlag bevorsteht

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UBS-Chef Sergio Ermotti

Der Riese vom Bahnhofsplatz taumelt. Im dritten Quartal purzelten die Erträge der UBS um 4,6 Prozent auf knapp 7,1 Mrd. Franken und der Vorsteuergewinn stürzte sogar um 16,2 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Dollar ab, wie aus den heute vorgelegten Quartalszahlen hervorgeht. Ein Grund für den Schwächeanfall stellt das Investment Banking dar, wo die Erträge um 10 Prozent auf 1,8 Mrd. und der Vorsteuergewinn um 62 Prozent auf 172 Mio. Dollar einbrachen.

„Wir sind mit der Performance unseres Investment Bankings nicht zufrieden“, sagte Konzernchef Sergio Ermotti beim Analysten-Call und kündigte Maßnahmen an. Mithin mehren sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Personalabbau in der Sparte.

1. Traurige Entwicklung in der Investment Banking-Division

Der weltwirtschaftliche Abschwung erwischt die UBS. Die Unternehmen geben weniger Geld für Fusionen und Übernahmen und Börsengänge aus. Von daher verwundert es nicht, dass die Erträge aus dem Advisory-Geschäft gegenüber dem Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 186 Mio. Dollar einbrachen. Die Erträge aus dem Aktienemissionsgeschäft sanken um 22 Prozent auf 126 Mio. und im Anleiheemissionsgeschäft um 15 Prozent auf 156 Mio. Dollar. Die Bank führte dies auf den global sinkenden Gebührenpool für diese Geschäfte zurück.

2. Ebenso traurige Entwicklung in Sales & Trading

Im Wertpapiergeschäft sieht es nur wenig besser aus. Im für die UBS sehr wichtigen Aktiengeschäft gaben die Erträge um 7 Prozent auf 838 Mio. Dollar nach. Laut der Schweizer Großbank ging dieser Rückgang maßgeblich auf das Derivate- und weniger auf das Cash Equities-Geschäft zurück.

Vergleichsweise stabil erwies sich lediglich das Geschäft mit Devisen, Zinsen und Krediten, wo die Erträge mit 382 Mio. Dollar nur marginal unter dem Vorjahresquartal lagen. Unter dem Strich verdiente die UBS mit ihrem Investment Banking vor Steuern in den ersten neun Monaten nur noch 806 Mio. Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast eine Halbierung bedeutet.

3. Die Kosten sind einfach zu hoch…

Trotz des Ertragseinbruchs legten allein die Personalkosten im vierten Quartal binnen Jahresfrist um 4 Prozent auf 688 Mio. Dollar zu. Im dritten Quartal hat die UBS die Beschäftigung in ihrem Front Office um etwa 150 auf knapp 5500 Mitarbeiter erhöht, was auf den Einstieg des neuen Analysten-Jahrgangs zurückgehen dürfte, der normalerweise im Herbst anfängt.

Von daher verwundert es kaum, dass die Aufwands-Ertrags-Quote von 76,7 auf 90,2 Prozent anstieg. Für jeden Dollar Ertrag muss die UBS mittlerweile also mehr als 90 Cent ausgeben. Zum Vergleich: Im Schweizer Filialgeschäft lag dieser Wert bei mageren 59,5 Prozent. Auch auf Jahressicht sieht es nur wenig besser aus. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2018 verschlechterte sich die Aufwands-Ertrags-Quote von 75,8 auf 85,2 Prozent.

4. … und die Eigenkapitalrendite zu niedrig

Entsprechend purzelte die Eigenkapitalrendite von 14,2 auf 5,6 Prozent im dritten Quartal und von 15,9 auf 8,7 Prozent. Damit dürfte das UBS-Investment Banking kaum noch seine eigenen Eigenkapitalkosten erwirtschaften.

5. UBS rechnet mit Restrukturierungskosten von 100 Mio. Dollar

Unterdessen kündigte Finanzchef Kirt Gardener Restrukturierung und Kostensenkungen an. „Die 90 Mio. Dollar Kostensenkung besteht tatsächlich aus 10 Prozent Personalkosten", sagte er. Tatsächlich dürten die Einsparungen laut Gardener sogar noch höher ausfallen. Für die Umsetzung der Restrukturierung plant die UBS im vierten Quartal 100 Mio. Dollar auszugeben – beides spricht für Kündigungen. Für die betroffenen Mitarbeiter dürfte es nur einen schwachen Trost darstellen, dass es sich für die gesamte Branche bislang um ein schwieriges Jahr handelte.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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