„Wer bei einem Hedgefonds arbeiten will, sollte Python lernen und keine Angst vor Legacy-Systemen haben“

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„Wer bei einem Hedgefonds arbeiten will, sollte Python lernen und keine Angst vor Legacy-Systemen haben“

Ende letzten Jahres schied Nat Kilsby bei Goldman Sachs aus. Kilsby war 2018 als Head of Operations Engineering EMEA von Systematica Investments in die Bank gewechselt. Kilsbys Tätigkeit bei Goldman Sachs war geprägt von technologischer Exzellenz, gepaart mit dem Mut, bei der Arbeit ganz man selbst zu sein. Kilsby ist gender-fluid und identifiziert sich mal als weiblich, mal als männlich.

Kilsby ist zurück auf die Käufer-Seite gegangen und arbeitet jetzt als COO bei Quadrature Capital, einem KI-basierten Fonds, der „Kindness“ (Freundlichkeit) und Inklusion großschreibt und der einen Teil seiner Gewinne für den Kampf gegen den Klimawandel ausgibt. Die Entscheidung, Goldman Sachs zu verlassen, sei nicht leicht gewesen, so Kilsby, doch die Stelle bei Quadrature sei einfach zu toll gewesen. „Es ist gut, loyal zu sein – gegenüber einem Unternehmen, aber auch gegenüber neuen Möglichkeiten“, so die Äußerung. „Wenn sich eine super Chance ergibt, sollte die Loyalität dort liegen. C-Level-Positionen bei Fonds wie Quadrature sind selten – und was Quadrature zudem reizvoll macht, ist die starke Unternehmenskultur.“

Bei Goldman Sachs hat Kilsby den Umbau der Post-Trade-Technologie im Middle Office vorangetrieben und hier Innovationen eingeführt, die zuvor nur im Front Office eingesetzt worden waren. Bei Quadrature verantwortet Kilsby die gesamte Betriebsintegrität. Kilsby hat einen Tech-Hintergrund, die erste Berufsstation war der Bereich FICC Technologie bei Goldman Sachs, anschließend ging es als Head of European Tech zu Citadel, dann als Head of EMEA Equities Technology zu UBS und als COO zum oben genannten Hedgefonds Systematica. Danach folgte der Wechsel zurück zu Goldman Sachs und jetzt zu Quadrature.

„Ich war nie ein Quant im Sinne eines Forschers, der Trading Signale entwickelt“, so Kilsby. „Ich habe mein ganzes Berufsleben lang die Technologie entwickelt, mit der Signale so effizient und sicher wie möglich umgesetzt werden können.“

Kilsbys Rat für alle, die in den Tech-Bereich bei einem Hedgefonds wollen: Die Programmiersprache Python lernen. „C++ wird genutzt, wenn es extrem niedrige Latenz und hohe Performanz braucht und Java ist noch immer sehr beliebt, aber Python ist sowohl auf der Käufer-Seite als auch im Banking eine deutlich wichtigerer Programmiersprache geworden.“ Vor allem bei Hedgefonds sei Python Kilsby zufolge „eine gute Brücke zwischen Forschung und Technologie“.

Außerdem rät Kilsby, keine Angst vor den berüchtigten Legacy-Tech-Systemen bei Banken zu haben. Junge Tech-Leute würden vor diesen oft zurückscheuen, aus Angst davor, den Anschluss zu verlieren und nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Viele Legacy-Systeme wurden Ende der 1990er-Jahre entwickelt, als Banken noch Tech-Vorreiter waren. „Es wird immer Bedarf an Leuten für Legacy-Systeme geben“, sagt Kilsby. Es sei wichtig, zu verstehen, wie diese funktionierten und wie man von Punkt A zu Punkt B gelange.

Die Realität ist, dass viele der großen Banken noch immer viel Legacy-Tech hätten, so Kilsby. „Es gibt große Tech-Gebilde, die zehn oder zwanzig Jahre alt sind. Um sie aufzubrechen und weiterzuentwickeln, muss man verstehen, wie sie funktionieren.“

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