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„Mich rufen jeden Tag drei Recruiter an“: Junior-Banker sind wieder gefragt

In Großbritannien zieht das M&A-Geschäft wieder an und in manchen Sektoren mehren sich die Anzeichen dafür, dass auch junge Banker:innen wieder mehr gefragt sind. 

Nach Angaben der London Stock Exchange Group (LSEG) waren die M&A-Aktivitäten in Großbritannien zum Stichtag 25. Juni um 72 Prozent höher als im Vorjahr. Junior-Banker:innen in London berichten, sie hätten die Veränderung bemerkt. 

„Letzten Monat haben mich jeden Tag zwei oder drei Recruiter angerufen und scheinbar waren alle auf der Suche nach Leuten“, berichtet ein Investmentbanken-Associate. „Die Recruiter, die sich bei mir gemeldet haben, haben die großen Banken vertreten – Goldman Sachs, JP Morgan, Lazard, Moelis & Co.“

Das gestiegene Interesse rührt daher, dass es bei Banken zunehmend grünes Licht für Stellenbesetzungen gibt. Goldman Sachs sucht derzeit in London vier Associates für die Bereiche Industrie, Immobilien, Financial Institutions Group (FIG) und die UK Cross Markets Group. JP Morgan sucht mindestens sechs Investmentbanking-Associates in London, unter anderem für die deutsch- und französischsprachigen FIG-Teams (die Stelle für Deutschland kann wahlweise auch in Frankfurt angetreten werden) und für die EMEA Financial Sponsors Group. Lazard sucht Banker:innen für die Telekommunikationsbranche (allerdings in Paris). Moelis hat in London neue Associates von UBS und erfahrene Analysts von Barclays und Canaccord abgeworben.

Einige Banken-Recruiter sagen, die Lage würde sich ändern. Lazo Cetnik, Managing Director bei Pretrega Partners, sagt, dass in den letzten Wochen mehr Personal eingestellt worden sei. „Das M&A-Geschäft in Q1 und Q2 war gut, was das Vertrauen und damit die Einstellungsbereitschaft erhöht. Ich gehe davon aus, dass die Einstellungen im September deutlich stärker werden.“ Was auch eine Rolle spielt, ist das Bewusstsein für die manchmal extremen Arbeitszeiten von Junior-Bankern. Die Folge könnte sein, dass Banken vielleicht vorsichtiger sind als bisher, wenn es darum geht, die neuen Deals dem vorhandenen Personal zusätzlich aufzubürden. 

Allerdings scheinen einige Junior-Banker:innen die Entwicklung stärker zu spüren als andere. Während ein Banker aus dem Industriebereich sagt, er habe eine Zunahme an Recruiter- Anfragen bemerkt, sagt ein anderer Juniorbanker aus dem Energiebereich, er habe keine Veränderung bemerkt – aber das liege vor allem daran, dass die Einstellungen im Energiebereich nicht so stark zurückgegangen seien wie in den anderen Bereichen. 

Weltweit hat das Dealaufkommen LSEG zufolge in diesem Jahr in der Telekommunikation am stärksten zugenommen (172 Prozent), gefolgt von der Medien- und Unterhaltungsbranche (158 Prozent) und dem Finanzsektor (70 Prozent). Es überrascht nicht, dass die Zunahme der Recruiter- Anrufe den Teams mit dem größten Anstieg des Dealflows entspricht.  Erfahrene Associates und Junior VPs scheinen im Fokus zu stehen. „Die Pipeline ist voll, also wollen alle mehr Leute einzustellen", sagt ein erfahrener Associate, der sagt, dass Recruiter ihm Stellen bei Banken und Boutiquen anbieten. 

Ein Headhunter, der auf Führungskräfte spezialisiert ist, erklärt es noch immer nicht so gut laufe wie früher, weil die Deals nicht so stark zugenommen haben wie erhofft. Bloomberg berichtete gestern, dass das Dealaufkommen weltweit immer noch hinter dem 10-Jahres-Durchschnitt zurückbleibe. „Das Jahr war bisher gut, aber alles deutet darauf hin, dass es großartig hätte werden sollen“, sagte Eric Rutkoske, Global Head of M&A bei Guggenheim. Ein Londoner M&A-Recruiter sagte uns, dass er alle Hoffnung auf 2025 setze.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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