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Goldman-Sachs-MD ist 56 Jahre alt und topfit: „Früher habe ich fünf Stunden geschlafen und bei McDonald’s gegessen“

Ein Job im Sales-Bereich bei einer Investmentbank ist berüchtigt dafür, dass die Gesundheit leidet. Die Tage fangen früh morgens an und gehen bis in die Nacht, Dinner mit Kunden und jede Menge Alkohol sind an der Tagesordnung. Graham Ambrose, Managing Director (MD) bei Goldman Sachs in der Region Asien-Pazifik und heute in London tätig, hat als junger Aktienverkäufer in Singapur genau diese Art von Leben geführt – an seinem Körper ist das nicht spurlos vorüber gegangen.

„Wir sind um 20 oder 21 Uhr essen gegangen, haben uns dann hemmungslos betrunken und waren bis 1 Uhr morgens in Clubs unterwegs“, so Ambrose in seinem Podcast über seine Zeit in Singapur. „Dann haben wir vier bis fünf Stunden geschlafen, sind um sieben Uhr wieder aufgestanden und haben ein riesiges McDonald’s-Frühstück verdrückt.“

Ambrose war damals Anfang 20. Trotz Schwimmen und Squash hinterließ das viele Essen Spuren. „Ich erinnere mich, dass ein Kollege zu mir sagte: Wahnsinn, dass du mit Anfang 20 schon so einen Bauch hast“, erzählt er.

Drei Jahrzehnte später sieht alles anders aus. Ambrose isst nicht mehr bei McDonald’s. Der Bauch ist weg. Er arbeitet immer noch für Goldman Sachs, ist inzwischen aber auch Fitness-Influencer und bekannt als „G-Dog“. Ambrose bezeichnet sich selbst als „besessen“ von Sport – für ihn ein „fundamentaler Bestandteil“ seiner Persönlichkeit.

Im Gespräch mit seinem Personal Trainer im Podcast erklärt Ambrose, dass er durch Fitness besser arbeite: „Meine Fitness ist inzwischen Teil meiner Karriere geworden. Jeden Tag sprechen meine Kunden und Kollegen mich auf Fitnessthemen an.“

Ein typischer Tag beginnt für ihn um 5.30 Uhr. Um 7 Uhr ist er im Büro, trainiert mittags und oft auch noch ein zweites Mal. Klassische Meetings hat er nicht. Abends gibt es keine Kundendinner. Er achtet streng auf seine Ernährung. Für ihn ist klar: Fit zu bleiben und seinen Job gut zu machen, ist ein und dasselbe. „Ich weiß, dass ich besser arbeite, wenn ich ins Gym gehe – und an den Tagen, an denen ich nicht gehe, bin ich schlechter in meinem Job“, sagt er.

Doch was ist mit Analysten oder Associates bei Goldman Sachs, die sich eine längere Abwesenheit vom Schreibtisch mittags nicht leisten können? Ambrose zeigt keine Sympathie. Während er trainiere, säßen viele seiner Kolleg:innen am Platz und würden „irgendwas lesen“. Für die Gesundheit sei das nutzlos. Gerade jüngere Kollegen würden auffällig „unproduktiv mit ihrer Zeit umgehen“.

Trotz seinem Fitness-Fokus räumt Ambrose ein, dass er auch am Wochenende arbeitet. Jeden Sonntag um 15 Uhr setze er sich hin, um die vergangene Woche zu reflektieren und die kommende zu planen. Unter der Woche sei sein Tag fast durchgängig in 30- bis 60-Minuten-Intervalle getaktet – auf seiner To-do-Liste stehen neben beruflichen Terminen auch Bankdrücken und andere Trainingseinheiten.

Das sei nicht nur im Interesse seiner Karriere, sondern diene auch der Longevity. „Man sieht viele Menschen in meinem Alter, denen das Leben förmlich aus dem Körper entweicht“, warnt Ambrose. Wer heute nicht ins Gym gehe, zahle den Preis in 20 bis 30 Jahren: „Ihr opfert eure Gesundheit, eure Lebenszeit, die Fähigkeit eurer Familie, sich um euch zu kümmern, weil ihr ins Pflegeheim müsst, weil ihr nicht mehr laufen könnt… Ihr opfert die Zeit mit euren Enkelkindern… Ihr opfert die Zeit mit eurer Frau, die vielleicht in den Urlaub fahren will, während ihr nicht einmal mehr ins Flugzeug steigen könnt…“

Ambrose selbst dürfte von alldem hoffentlich verschont bleiben. Er jedenfalls sagt, er habe gerade „den besten Sommer seines Lebens“ gehabt – nicht schlecht mit 56 Jahren, wenn man früher auch unter der Woche bis ein Uhr nachts in Clubs gegangen ist.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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