Private-Equity-Beschäftigte haben 2024 weniger verdient, aber auch weniger gearbeitet
Private Equity ist nicht mehr das gelobte Land, das es für überarbeitete Investmentbanker, die mehr verdienen wollten, einmal war. Die Branche hat harte Zeiten hinter sich – und obwohl man dort vielleicht nicht so viele Überstunden machen muss wie anderswo, sind die Gehälter nicht so hoch wie erwartet.
Unser „Compensation & Lifestyle“-Bericht 2025 analysiert mehr als 2.500 Aussagen von Mitarbeitenden der Finanzbranche, auch aus dem Bereich Private Equity. Die Befragten gaben an, dass ihre Boni im Durchschnitt um fast 50 Prozent gestiegen seien – das ist deutlich mehr als auf der Buy-Side (Durchschnitt: Plus 24 Prozent) und dem weltweiten Durchschnitt, der bei 22 Prozent liegt.
Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden variiert innerhalb der Branche ganz erheblich. Associates arbeiteten im Durchschnitt 58 Stunden pro Woche, auf den Ebenen darüber wird im Schnitt 50 bis 52 Stunden pro Woche gearbeitet. In der Private-Equity-Branche gibt es viel weniger Analyst:innen als im Banking – und diese arbeiten anscheinend nur 42 Stunden pro Woche.
Mit Blick auf den Stundenlohn wird im Private Equity im Vergleich zu anderen Buy-Side-Funktionen trotz dieser kurzen Wochenarbeitszeit nicht üppig bezahlt. So verdienen Junioren bei Hedgefonds – auf die Stunde heruntergerechnet – das Doppelte. Für VP-Äquivalente stieg der Unterschied auf ein Drittel, und für MD-Äquivalente erreichte er ein Viertel.
Es ist jedoch erwähnenswert, dass Private-Equity-Beschäftigte eine zusätzliche Gehaltskomponente haben, die wir bei unserer Befragung nicht berücksichtigt haben: den Carried Interest. Dabei handelt es sich um einen kleinen Teil des Eigenkapitals im Rahmen eines Deals, der als Belohnung für das Team, das den Deal begleitet hat, ausgeschüttet wird. Der Carried Interest kann von Null (bei Junioren) bis zu Hunderten von Millionen Dollar/Euro/Pfund reichen.
Da der Carried Interest nur dann gezahlt wird, wenn ein Unternehmen einen erfolgreichen Exit macht und PE-Fonds sich derweil gegenseitig Investitionen verkaufen, um die Liquidität aufrechtzuerhalten, spielte der Carried Interest in den letzten Jahren keine große Rolle. Hypothetisch gesehen haben die Fonds ihre regelmäßigen Boni erhöht, um das zu kompensieren (das soll unter anderem bei KKR der Fall gewesen sein) – ein allgemeiner Trend scheint das aber nicht zu sein. Der Carried Interest geht aber auch häufig nur an Beschäftigte der oberen Ebenen.
Trotz der Schwierigkeiten der Branche und den damit verbundenen mageren Boni blieben die Mitarbeitenden stoisch. „Die globale Arena bringt Herausforderungen mit sich, die bewältigt werden müssen“, sagt der Director eines Megafonds in Zürich. „Mein Arbeitgeber gibt mir genügend Freiheiten und stellt mir die nötigen Werkzeuge zur Verfügung“, fügt er hinzu. „Ich habe gelernt, loszulassen und die Dinge nicht zu persönlich zu nehmen.“
Have a confidential story, tip, or comment you’d like to share? Contact: +44 7537 182250 (SMS, WhatsApp or voicemail). Telegram: @SarahButcher. Click here to fill in our anonymous form, or email editortips@efinancialcareers.com. Signal also available.
Bear with us if you leave a comment at the bottom of this article: all our comments are moderated by human beings. Sometimes these humans might be asleep, or away from their desks, so it may take a while for your comment to appear. Eventually it will – unless it’s offensive or libelous (in which case it won’t.)