UBS-Finanzchefs auf Konferenz – und manche Mitarbeitende sind wenig begeistert
Wer aktuell bei der UBS arbeitet – sei es im Finanzbereich oder in einer anderen Abteilung – hat es nicht leicht. Die Schweizer Großbank steckt mitten in der Integration von Credit Suisse, deren Systeme zusammengeführt werden müssen. Gleichzeitig sollen bis Ende 2026 rund 13 Milliarden US-Dollar eingespart werden. Es gelten Reisebeschränkungen, Einschränkungen bei Büromaterialien wie Druckerpapier, ein Einstellungsstopp – und es werden Stellen abgebaut. Die Lage ist angespannt.
Umso mehr verwundert es einige UBS-Beschäftigte, dass sich die Managing Directors (MDs) des globalen Finance-Teams diese Woche zu einer internen Führungskonferenz in Zürich eingefunden haben. „Viele sind bereits am Wochenende angereist und bleiben die ganze Woche“, berichtet ein Insider aus den USA. „Das wirkt ziemlich verrückt angesichts der aktuellen Sparmaßnahmen.“
UBS wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Laut Informationen von eFinancialCareers findet die Konferenz auf dem Google-Campus in Zürich statt. Fotos, die der Redaktion vorliegen, zeigen Rachel Sledge (CFO APAC), Marc Nyffenegger (CFO Schweiz) und Caroline Stewart (CFO Investmentbanking & UK) bunt gekleidet auf der Bühne unter dem Motto: „Finance as a growth enabler – strategies and insights“.
Kritiker monieren, dass die angereisten Führungskräfte in Zürichs Top-Hotels wie dem Baur au Lac und dem Dolder Grand untergebracht seien. „Das muss ein Vermögen kosten“, sagt ein Informand.
Doch ganz so luxuriös scheint es nicht zuzugehen. Nach Informationen von eFinancialCareers handelt es sich um eine kostengünstig organisierte Veranstaltung. Weniger als 100 MDs nehmen teil, die meisten sind ohnehin in Zürich ansässig und übernachten zu Hause. Die restlichen Gäste wohnen im vergleichsweise günstigen CitizenM-Hotel in der Altstadt. Google soll seinen Campus kostenlos zur Verfügung gestellt haben.
Die Konferenz dauert nur anderthalb Tage und behandelt unter anderem die Integration der Credit Suisse. Im Anschluss bleiben die angereisten Führungskräfte in Zürich, um sich mit ihren Schweizer Kolleg:innen zu treffen. Von einem Urlaub kann also kaum die Rede sein – auch wenn es aus New Yorker Sicht, wo derzeit sogar beim Druckerpapier gespart wird, vielleicht anders wirkt.
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