Millionenspaß: Wie teuer der Brexit die Banken zu stehen kommt

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Millionenspaß: Wie teuer der Brexit die Banken zu stehen kommt

Foto: Getty Images

Schon die Vorbereitung des Brexits stellt für Banken einen teuren Spaß dar. Ein Beispiel ist die neue Tochtergesellschaft der südkoreanischen Großbank Woori, die jetzt ihren Geschäftsbericht für 2018 vorgelegt hat. In dieser Gesellschaft soll künftig das Geschäft mit den verbleibenden EU-Staaten gebündelt werden.

Da die Bank überhaupt erst im Oktober das Geschäft aufgenommen hat, fallen die Erträge kaum erwähnenswert aus. Demgegenüber sind die Kosten erklecklich. So hat Woori von 2017 bis Ende 2018 immerhin 14 Stellen geschaffen, wobei es sich um die übrigen Middle und Back Office-Personen handelt, wie sie zum Erhalt einer Banklizenz erforderlich sind. Seit Jahresbeginn haben die Koreaner mindestens drei weitere Mitarbeiter eingestellt.

Die Personal- und sonstigen Kosten gehen schon jetzt in die Millionen. So hat die Woori Bank Europe 2017 und 2018 einen Verlust von insgesamt 4,7 Mio. Euro eingefahren – fast eine halbe Mio. Euro mehr als geplant. Auch für das laufende Jahr erwarten die Koreaner einen Verlust in Höhe von 500.000 bis 1 Mio. Euro. Ab 2020 soll die neue Tochter dann endlich schwarze Zahlen schreiben. Damit würden sich allein die Anlaufkosten auf 5,2 bis 5,7 Mio. Euro summieren. Glücklicherweise hatte Seoul die Tochtergesellschaft mit einem Eigenkapital von 50 Mio. Euro ausgestattet.

Neben Woori haben sich auch die japanischen Banken Nomura, Daiwa, Mizuho und Sumitomo für Frankfurt als ihren Europasitz entschieden. Falls Großbritannien Ende Oktober tatsächlich aus der EU aussteigen sollte, wird noch einmal mit einem Stellensegen im Front Office gerechnet. Denn anders als die Jobs in Risikomanagement, Compliance und Meldewesen müssen die Front Office Stellen erst besetzt werden, wenn das Geschäftsvolumen ansteigt.

Falls Sie eine vertrauliche Nachricht, einen Aufreger oder einen Kommentar loswerden wollen, zögern Sie nicht! Schreiben Sie einfach an Florian Hamann. fhamann@efinancialcareers.com.

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