Banker aufgepasst: Was man auf Tinder schreibt, sollte gut überlegt sein

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Banker aufgepasst: Was man auf Tinder schreibt, sollte gut überlegt sein

Wer bei einer Investmentbank arbeitet und bei Tinder ist, sollte sich gut überlegen, wie er dort auftritt.

Vor einigen Jahren haben wir berichtet, dass ein junger Nachwuchsbanker in London entlassen wurde, weil er von einem Handy, das auch als Arbeitshandy genutzt wurde, unangemessene Tinder-Nachrichten verschickt hatte. Dass es zu der Kündigung gekommen sei, war damals damit kommentiert worden, dass es Verwirrung darüber gegeben habe, wo die Grenzen für private Kommunikation bei „bring your own device“ (BYOD)-Regeln liegen.

Jetzt gibt es offenbar wieder ein Finanzwelt-Mitarbeiter, der durch die Dating-App in ähnliche Schwierigkeiten geraten ist. Auf dem Webforum Wall Street Oasis berichtet ein User, der nach eigenen Angaben als Private Equity-Associate arbeitet, dass er – im betrunkenen Zustand – einer Frau Nachrichten geschickt und sie dabei als „fett“ bezeichnet hätte. Obwohl sein Profil nur wenige Angaben enthält (Vorname, Alter, „Private Equity“, ehemalige Schulen/Unis und Fotos), hätte die besagte Frau ihm zurückgeschrieben und dabei seinen Nachnamen, den Namen seines Unternehmens und die E-Mail-Adresse eines seiner MDs genannt. Sie habe geschrieben, dass sie „entsetzt darüber sei, wie ich so etwas im Jahr 2021 sagen kann und dass sie einen Screenshot davon an meinen Arbeitgeber schicken würde“. Der User fragt nun im Forum: „Was soll ich machen?”.

Einige Kommentatoren auf Wall Street Oasis vermuten, dass der Post von einem Troll stammt, der User allerdings versichert, dass er zu „100 Prozent echt“ sei und dass er der Frau noch immer nicht zurückgeschrieben hätte. Die Ratschläge reichen von „sich aufrichtig entschuldigen und darauf verweisen, dass er betrunken war“, über „die Frau wegen versuchter Erpressung anzuzeigen und sich einen Anwalt zu nehmen“ bis hin zu „einfach bestreiten, dass das Ganze überhaupt passiert ist“. „Nimm dir sofort einen Anwalt, das ist Erpressung. Nimm so viel Geld wie möglich in die Hand und bring deinen Anwalt dazu, schnell eine Unterlassungsaufforderung zu stellen. Dann bist du aus dem Schneider“, rät ein Banking-Analyst.

Während der besagte Private-Equity-Mitarbeiter darüber brütet, was er machen soll, machen sich wohl alle anderen Banker und Finanzwelt-Mitarbeiter daran, die Profile ihrer Dating-Apps zu anonymisieren. Statt dem echten Namen sollte man einen Spitznamen verwenden und auch nicht mit dem Namen des Arbeitgebers prahlen – und schon gar nicht preisgeben, wo man arbeitet und wo man studiert hat.

Vor allem allerdings sollte man aufpassen, was man schreibt. Letzten Monat veröffentlichte eine TikTok Userin Screenshots von Nachrichten, die ihr angeblich von einem Investment Banker geschickt wurden, der sie – nachdem sie ein Date abgesagt hatte – mit einer Lawine an übergriffigen Beschimpfungen überschüttete. „Du bist nicht so hot“, schrieb er, „wie kannst du es wagen, meine Zeit zu verschwenden… Geh zurück in dein Kaff… Du wirst nie einen abkriegen… Du hast kein Selbstvertrauen… du bist ein Witz… so schüchtern… und schwach.“

Die Identität des Bankers ist unklar und der TikTok Post ist mittlerweile entfernt worden – gut so.

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