„Reichster Banker“ arbeitet auch mit 52 noch nachts und am Wochenende

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„Reichster Banker“ arbeitet auch mit 52 noch nachts und am Wochenende

Drei Jahrzehnte in der Finanzbranche und ein Reinvermögen im neunstelligen Bereich – man könnte annehmen, dass Steve McLaughlin es etwas ruhiger angehen lassen kann. Ein langes Porträt mit dem Titel „bestbezahlter Banker im Bereich Finanztechnologie“ im Wall Street Journal legt allerdings nahe, dass McLaughlins Getriebensein – natürlich – wesentlich ist für seinen Erfolg.

McLaughlin, der bis 2014 acht Jahre lang Head der Fintech Group  bei Goldman Sachs war, ist ein außergewöhnlich begabter Banker und Unternehmer. Er hat beide Talente genutzt, um Financial Technology Partners zu gründen, eine in New York und San Francisco ansässige Fintech-spezialisierte Boutique-Bank mit über 200 Beschäftigten und einer wahrscheinlichen Bewertung von mindestens 2 Mrd. US-Dollar. McLaughlin ist alleiniger Inhaber.

Im Banking war McLaughlins besonderes Talent seine Fähigkeit, außerordentlich hohe Bewertungen für die Unternehmen zu erhalten, für die er aktiv war. Dieses Jahr war McLaughlin für Revolut unterwegs, die britische Digitalbank: In einer von J.P. Morgan geführten Fundraisingrunde wurde die Bank 2020 mit 5,5 Mrd. Dollar bewertet, zuletzt in einer von FT Partners geführten Runde mit 33 Mrd. Dollar – eine Versechsfachung.

Als Unternehmer scheint McLaughlins besonderes Talent darin zu bestehen, seinen Kunden horrende Honorare und die Zusicherung abzuhandeln, dass diese auch bei künftigen Deals mit FT Partners zusammenarbeiten. Und: Um an den Gewinnen beteiligt zu sein, investiert er auch persönlich in Kunden. Unlängst hat er 500 Mio. Dollar für ein SPAC einsammeln können.

Selbst nach drei Jahrzehnten, mit einem enormen Reinvermögen und 200 Beschäftigten an seiner Seite, sind es diese Talente, die McLaughlin davon abhalten, auszuschlafen oder seine Zeit auf dem Golfplatz zu verbringen. Im Oktober hat FTP den 660-Millionen-Dollar-IPO von AvidXchange begleitet und McLaughlin habe hier laut AvidXchange-CEO Mike Praeger unglaublich viel gearbeitet. Er habe spätnachts noch Telefonbate geführt und sei am Wochenende mit seinem Privatjet nach North Carolina geflogen, um die Strategie zu besprechen. Im Gegenzug hatte McLaughlin seine übliche horrende Fee verlangt, doch Praeger sagt, dass diese sich absolut gelohnt habe. McLaughlin habe ihn dazu gebracht, AvidXchange nicht unter Marktwert zu verkaufen.

Contact: sbutcher@efinancialcareers.com in the first instance. Whatsapp/Signal/Telegram also available (Telegram: @SarahButcher)

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Die Lehre scheint zu sein, dass lange Arbeitszeiten nebensächlich sind, wenn man in dem, was man tut, gut ist, wenn die Kunden einen lieben, wenn man Bestätigung erfährt durch immense Fees und Nippes wie einen Privatjet hat. Nachts und am Wochenende arbeiten zu müssen, ist nur dann nervig, wenn man als Analyst oder Associate vor Excel oder Power Point sitzt. Aber: Vielleicht haben Analysten und Associates in diesen Dingen auch weniger Einfluss als McLaughlin.

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