GASTBEITRAG: Wieso DevOps einer der härtesten Jobs im Banking ist

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GASTBEITRAG: Wieso DevOps einer der härtesten Jobs im Banking ist

Photo by tam wai on Unsplash

Banken stehen geradezu auf DevOps. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Praktiken an den Schnittstellen zwischen Entwicklung und Operations, womit die Zusammenarbeit der Teams verbessert und die Fertigstellung neuer Software und neuer Produkte beschleunigt werden soll. Derartige Jobs gibt es reichlich. So wird „DevOps“ ihn 50 Stellenausschreibungen von Morgan Stanley und in 300 von JP Morgan erwähnt. Allerdings kann ich allen nur viel Glück wünschen, die es wagen, einen DevOps-Jobs in den Finanzdienstleistungen anzunehmen.

Bei den Operations-Teams dreht sich alles darum, dass die Systeme stabil und verlässlich laufen. Solange etwas problemlos läuft, wollen sie nichts ändern, es sei denn, man kann sie davon überzeugen, dass es beispielsweise Sicherheit und Performance des Systems verbessert.

Dagegen dreht sich bei den Entwicklungsteams alles um Veränderung. Ihre Aufgabe besteht darin, neue Systeme zu schreiben oder existierende derart zu verändern, dass sie eher auf die Bedürfnisse der Nutzer oder Kunden zugeschnitten sind. Theoretisch sollten die Lösungen vollständig getestet und verlässlich sein. Da aber Geschwindigkeit und Komplexität der Veränderungen gestiegen sind, lässt sich kaum etwas tatsächlich vollständig testen.

Den Entwicklern wird die Bereitstellung neuer Produkte dadurch erschwert, dass Neuentwicklungen häufig upgedatete Software-Tools voraussetzen, während ältere Versionen noch oft von anderen Anwendungen genutzt werden. Jede neue Version birgt also das Risiko, nicht gemeinsam mit den alten Lösungen zu funktionieren. Dies ist besonders dann der Fall, wenn eine ältere Version nicht das Erforderliche leistet und ein Programmierer einen Umweg finden muss. Wenn dann eine neue Version installiert wird, funktioniert der so mühsam gefundene Umweg plötzlich nicht mehr. Darüber hinaus sind die Veränderungen oft nicht dokumentiert.

Die Aufgabe eines DevOps-Mitarbeiters besteht dann darin, eine Brücke zwischen diesen beiden Systemen zu schlagen. In der aus der Mode geratenen Sprache des Change Managements stellt dies so etwas wie den Unterschied zwischen „run a bank“ und „change a bank“ dar. Der DevOps-Mitarbeiter trägt also eine große Verantwortung, die beiden Teams zusammenzubringen und eine Lösung zu finden.

Doch dies hört sich leichter an als es ist, denn unter den heutigen Verhältnissen ist es für eine Bank nahezu unmöglich, neben ihren laufenden Systemen ein völlig neues zu betreiben und wirklich vollständig zu testen. DevOps-Mitarbeiter können also nur alles bestmöglich auf die Veränderung vorbereiten und dann ihre Finger kreuzen. So etwas kann schon sehr stressig werden.

Bei Graham Drew handelt es sich um das Pseudonym eines Consultants, der im Banking arbeitet.

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