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Wenig Kommen, wenig Gehen im Investmentbanking der Deutsche Bank

Pipelines im Investmentbanking sind ein fragiles Gebilde. Sie können, so JPMorgan-CEO Jamie Dimon letzte Woche, je nach geopolitischer Entwicklung ganz plötzlich „wachsen oder auch schrumpfen”. Im Investmentbanking der Deutschen Bank war im zweiten Quartal ein Rückgang zu verzeichnen. Deals, mit denen man gerechnet hatte, kamen nicht zustande. 

Nun erklärte die Deutsche Bank, dass in einigen ihrer M&A-Schlüsselbereiche „Unsicherheit” herrsche und dass daher „wesentliche Transaktionen” in ihrer Pipeline auf die zweite Hälfte dieses Jahres verschoben worden seien. Die deutsche Bank ist nicht die einzige: US-Banken äußern sich ähnlich, aber für all die neuen Mitarbeitenden, die die Deutsche Bank 

Financial News hatte im Januar berichtet, dass die Deutsche Bank im Jahr 2024 über 115 Banker:innen eingestellt habe, darunter 30 Managing Directors (MDs). Im Juli 2024 hatte die The Financial Times geschrieben, dass die Deutsche Bank auch 2023 schon 125 Banker:innen eingestellt habe, darunter 75 auf MD-Ebene, sowie weitere 300 von Numis. Es ist bekannt, dass die Deutsche Bank früher  40 Prozent weniger Vice Presidents und MDs als die Wettbewerber hatte – das scheint sich nun gedreht zu haben.

Die M&A-Umsätze haben sich entsprechend auch nach oben entwickelt, wenn auch weniger deutlich als man das angesichts von Ausgaben von 410 Millionen Pfund für Numis und weiteren 200 Millionen Pfund oder mehr für leitende Banker erwarten würde. Wie die folgende Grafik zeigt, beliefen sich die M&A-Umsätze der Deutschen Bank im zweiten Quartal auf nur 140 Millionen Euro (165 Millionen Dollar). Dies war im Vergleich zu den über 2 Milliarden Euro, die die Deutsche Bank mit dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) erzielte, fast unerheblich.

Innerhalb des FICC-Bereichs waren es die Devisenhändler der Deutschen Bank, die im zweiten Quartal überdurchschnittlich performten. Allerdings scheint es einige Rückschläge gegeben zu haben. Die untenstehende Grafik aus der aktuellen Präsentation zeigt einige Tage mit hohen Handelsverlusten zu Beginn des Quartals, gefolgt von einigen Tagen mit höheren Gewinnen gegen Ende des Quartals.

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Betrachtet man das erste Halbjahr insgesamt, so haben sich die M&A-Banker:innen der Deutschen Bank dieses Jahr nicht schlecht geschlagen. Wie die untenstehende Grafik zeigt, lief es aber auch nicht wirklich gut. Bestenfalls konnten sie sich in Bezug auf den Umsatz gegen Goldman Sachs und JPMorgan behaupten. Weniger rosig läuft es im DCM-Banking der Deutschen Bank, da das Leveraged-Finance-Geschäft ins Stocken geraten ist.

Was bedeutet das für die Arbeitsplätze und Boni bei der Deutschen Bank? Auf die Anfang des Jahres von CEO Christian Sewing angekündigte strategische Bewertung der gesamten Belegschaft wurde nicht weiter eingegangen. Stattdessen sagt die Deutsche Bank an, dass sie ihr Kosteneinsparungsprogramm zu 90 Prozent umgesetzt und bis heute 2,2 Mrd. Euro eingespart habe Man plane, durch die Optimierung von nicht kundenorientierten Funktionen weitere Kosten zu senken. Außerdem will die Bank weiterhin in das US-Flow-Trading-Geschäft investieren.

In der Zwischenzeit sind die Vergütungsausgaben um 7 Prozent angestiegen, der Personalbestand in der Investmentbank der Deutschen Bank ist nahezu unverändert. Im zweiten Quartal hat die Deutsche Bank netto 36 von 4.876 Banker:innen und Trader:innen im Front Office abgebaut. Im gleichen Zeitraum wurden auch netto 25 von 3.149 Mitarbeitenden im Back Office abgebaut. Soweit die Deutsche Bank überhaupt Personal einstellt, gilt der Leitsatz „einer raus, einer rein“. Wer Ende des Jahres noch dabei ist, könnte aber gutes Geld bekommen – vor allem im Devisenhandel.

Das sind die Maßnahmen einer Bank, die sich in Wartestellung befindet. Investmentbanker:innen bleibt nur zu hoffen, dass die angekündigten Deals wirklich kommen.

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AUTORSarah Butcher Globale Redaktionsleiterin

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